Blaubeuren / EVA MENNER  Uhr
24 Stunden Fußballspielen und 17 000 Euro spenden sammeln, das haben Frauen und Männer in Blaubeuren geschafft. Am Ende stand es 158 zu 150.

Die Sonne strahlte Sonntag kurz vor 12 Uhr auf die Helden mitten im Blaubeurer Kloster, die mit letzter Kraft kämpften und "The Final Countdown" hörten. Dann der Abpfiff, Endstand 158 zu 150 Tore.

"Gib Dir den Kick, 24 Stunden am Stück" lautete der Titel des Blaubeurer 24-Stunden-Kicks, zu dem das evangelische Jugendwerk gegen das evangelische Seminar zum 18. Mal antrat. Mit acht Toren Vorsprung hatten die Jugendwerkler diesesmal knapp die Nase vorn.

Die Blaubeurer Fußballhelden zeigten unermüdlichen Einsatz. "Sich 24 Stunden quälen und dabei noch Lust zu empfinden, das hat schon etwas von Masochismus an sich, aber es ist ja für einen guten Zweck", sagte Daniel Anhorn. Er war zum 14. Mal dabei. "Heuer ist es brutal ausgeglichen, viele gute Spieler und hohes Niveau", sagte er. Grund dafür sei, dass viele erfahrene Spieler dabei sind, die wissen, wie sie ihre Kräfte klug einteilen.

Das "Plätzle" im Klosterhof bot keine optimalen Bedingungen, ständige Regengüsse erhöhten die Rutschgefahr. Dennoch gab es außer einer Knieverletzung keine ernsthaften Blessuren. "Veteran" des Kicks ist Albrecht Reuß, der die ganze Sache mit ins Leben gerufen hat. "Ich war immer dabei und vor allem habe ich mich nie ernsthaft verletzt und konnte immer von Anfang bis Ende mitmachen", sagte der 37-Jährige.

Zum ersten Mal teilgenommen hat dagegen die Seminar-Schülerin Sophia Kronenthaler. "Ich bin müde und die Füße tun weh, ich hab"s mir aber viel schlimmer vorgestellt", sagte die 18-Jährige nach einer langen Nacht.

Torschützenkönig des Kicks war Julius Glanz mit 23 Toren, der trotz einer Handverletzung mitspielte. Torwartkönig wiederum war sein Bruder Jonathan.

Nach dem Abpfiff ging es für die Paten, die ihren Spielern Tor- oder Torwartprämien spendeten, ans Zahlen. Unter den Spendern waren außer Mitschülern, Lehrern und Verwandten auch wieder Prominente wie die "Wise Guys", "Benzin", Ute Vogt oder Erhard Eppler. So kamen allein 17 000 Euro zusammen. Das eingenommene Geld kommt verschiedenen Projekten im argentinischen Patagonien zugute, unter anderem einem Projekt für Straßenkinder und einem Altenheim.