Heroldstatt Das Publikum fidel in den Mai gesungen

Heroldstatt / SABINE GRASER-KÜHNLE 21.05.2014
Alte Bekannte mit neuem Schwung: Die Chorgemeinschaft Heroldstatt hat ihr Publikum mit alten Schlagern höchst fidel in den Mai gesungen. Der Gastchor aus Apfelstetten brachte die Alpen auf die Alb.

Ein munteres "Gute-Laune-Programm" der Chorgemeinschaft versetzte ihr Publikum mitten hinein in den Wonnemonat Mai. Die 26 Sängerinnen und Sänger interpretierten die Texte altbeliebter Schlager mit einem Augenzwinkern und kredenzten so Heiter-Ironisches. Im neckischen Gegengesang zur Chanson-Melodie "Champs Elisee" träumten da fleißige schwäbische Hausfrauen von Urlaub in St. Tropez, was ihre "Gatten" partout nicht nachvollziehen konnten. Sie rieten ihren Frauen, kompositorisch in Choralform hervorgehoben, es mit der Bibel zu halten, und einfach einmal die Woche "zu ruhen". Zum neu Verlieben herrlich interpretiert war von der Chorgemeinschaft "Aber dich gibts nur einmal für mich", wo die Männer, untermalt vom klingenden rhythmischen Dup-Dup des Frauengesangs, ihre Träume hegten. Chorleiterin Barbara Miller präsentierte mit diesen Liedern einen hochmotivierten Chor, der mit viel Freude sang und ihrem engagierten Dirigat willig folgte. Alte Melodien erhielten mit modernem Off-Beat sowie Vokalismen neuem Schwung. Das setzte akkurate Zäsuren und Einsätze voraus, die der Chor sicher beherrschte.

Mit solch stimmlicher und rhythmischer Präzision sorgten die Choristen beispielsweise in dem Gassenhauer "Ausgerechnet Bananen" für den Swing, den der Arrangeur Carsten Gerlitz dem Song eingehaucht hat. Hervorzuheben sind insbesondere die zwei einzigen, ab und an von Maxi Nickel unterstützten Tenöre, die sich stimmsicher, klangstark und mit sichtlicher Singfreude (zum Beispiel "Ich brech die Herzen der stolzesten Fraun") durch ihre Parts sangen. Oft sang der Chor a-capella, und wo nicht, war Thomas Widemann mit seinem an den wesentlichen Stellen zurückhaltenden Klavierspiel ein angenehmer Begleiter, der dem Chor stets den nötigen Klangraum verschaffte.

Kernige Männerstimmen des Männergesangverein Apfelstetten brachten mit Echohall über hohen Bergen und Glockenklang in weiten Tälern die Alpen nach Heroldstatt. Chorleiter Wolfgang Eben dirigierte mit Verve und entlockte seinen Männern so intensiv tönenden Gesang. Die Zuhörer in der Berghalle zeigten sich begeistert von so viel Menpower und erklatschten sich eine Zugabe, die der Chor sofort einlöste. Und treue Chorkonzertbesucher wussten: Es wird am Konzertende eine Zugabe mit beiden Chören geben.

Hingerissen war das Publikum allerdings auch von den Vorträgen des Heroldstatter Sängernachwuchses, der den Konzertabend eröffnet hat. Die "Pusteblumen" sangen unter dem offensichtlich inspirierenden Dirigat von Doris Mühle fröhliche Kinderlieder. Dabei marschierten die Kinder durch die Kinderlieder verschiedener Generationen, sangen überlieferte Weisen, wie "Unterm Dach juche" sowie Lieder von zeitgenössischen Komponisten, etwa "Die alte Moorhexe" oder "Der Löwe schläft heut Nacht".

Die sehr gut verständliche Artikulation der jungen Sänger sorgte erst recht für viel Freude beim Publikum, das so über die humorvollen Texte herrlich lachen konnte.

Selbst vor fremdländischen Calypso-Rhythmen und englischer Sprache machten die Kleinen nicht Halt und sangen sich fidel durch "Jamaica Farewell", das Lorenz Maierhofer nach dem Welthit von Harry Belafonte arrangiert hat.

Zwei Ehrungen nahm die Vorsitzende Maxi Nickel vor:

Für 60 Jahre aktives Singen erhielt Karl Schmid eine Urkunde und Barbara Miller wurde für insgesamt 20 jährige Chorleitung ausgezeichnet. Sie dirigiert die Chorgemeinschaft seit zehn Jahren.

In einer kurzen Ansprache lobte Bürgermeister Ulrich Oberdorfer das Singen im Chor: "Chorgesang hat eine gesellschaftspolitische Funktion, die Chöre erfüllen mit Konzerten und Beiträgen bei dörflichen Anlässen eine wichtige kulturelle Aufgabe."

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