Vereine Das Modell funktioniert

Wolfgang Laur, Mechthild Laur und Brigitte Herrmann finden: Die Vorstandsarbeit des TSV Herrlingen läuft gut.
Wolfgang Laur, Mechthild Laur und Brigitte Herrmann finden: Die Vorstandsarbeit des TSV Herrlingen läuft gut. © Foto: Roland Schütter
Blaustein / Roland Schütter 30.08.2018

Seit Mai vergangenen Jahres besteht der Vorstand des TSV Herrlingen aus fünf geschäftsführenden Mitgliedern – aus jeder Abteilung ein Vertreter sowie der Kassenwartin. Mechthild Laur, Wolfgang Laur und Brigitte Herrmann sind sich sich einig, dass dieses Modell „überraschend gut“ funktioniere. Ehrenvorsitzende Laur sagt, dem TSV sei letztlich nichts anderes übriggeblieben als das Führungsgremium so zu gestalten.

Einschnitt in die Struktur

„Ich war viele Jahre im Vorstand und von 1992 bis 2016 Vorsitzende, doch als ich mein Amt wegen der damals notwendigen Pflege meines Mannes abgeben wollte, haben wir trotz intensiver Befragung zahlreicher Mitglieder keinen Vorsitzenden gefunden.“ Daraufhin leitete zunächst ein Übergangsvorstand den Verein für ein Jahr. Im vorigen Jahr wurden dann Brigitte Herrmann (Breitensport), Alexander Dürr (Fußball), Peter Beschoner (Tennis) und Wolfgang Laur (Tischtennis) zusammen mit Heidrun Bunk (Kassenwartin) beauftragt, den neuen Vorstand zu leiten, dem außerdem die Ehrenvorsitzende Mechthild Laur, die Technische Leiterin Silvia Huber und die Gesamtjugendleiterin Ingeborg Kabitz angehören. Das war ein großer Einschnitt in die Struktur des Vereins mit seinen 787 Mitgliedern. „Wir haben die Vorstandsmeetings umgekrempelt, trafen uns in der ersten Zeit am Samstagmorgen zum Frühstück, brachten die aktuellen Probleme ein, entwickelten Maßnahmen und entschieden“, berichtet Wolfgang Laur. Die Zusammenarbeit funktionierte entgegen ersten Befürchtungen gut, das Team fand und ergänzte sich, fachlich und menschlich.

Das tat gut und war notwendig, denn der TSV stand einige Monate später vor einer riesigen Herausforderung: Nach einem Wasserschaden im Vereinsheim stellten Experten fest, dass die Außenfassade und der Sockel nass waren und es auch im Inneren des Gebäudes massive Schäden gab. Laur: „Das war wie eine Lawine. Mit einem Mal hatten wir ungewollt eine Riesen-Baustelle.“ Und die Vereinsmitglieder zogen mit: Sie leisteten insgesamt 1500 Stunden freiwillige Arbeit. Dennoch mussten 140 000 Euro Material-und Handwerkerkosten bezahlt werden. „Das schüttelt man nicht so einfach aus der Kasse heraus“, sagt Brigitte Herrmann, die jahrzehntelang für die Finanzen verantwortlich war. Zwar bekam der TSV für den Wasserschaden Geld von der Versicherung, dennoch mussten im November in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung auch die Mitgliedsbeiträge erhöht werden. So kommen nun statt wie bisher 28 000 Euro auf 35 000 Euro in die Vereinskasse. Ein notwendiger Schritt zur Aufrechterhaltung der Liquidität, die Erhöhung ermöglichte aber auch die Aufnahme eines neuen Darlehens zur Schadensfinanzierung. Eine Gratwanderung, denn viel Luft für Unvorhergesehenes ist nicht mehr.

Inzwischen ist alles saniert, der Fußballtrakt erhielt neue Duschen, Lüftung und Lichtquellen. „Es war schon bemerkenswert, wie alle Abteilungen diese Sache mitgetragen und Verständnis zeigten“, erzählt Mechthild Laur. Außerdem musste ein Pächterwechsel im Vereinsheim organisiert werden.

Nun richtet der Vorstand den Blick nach vorn, unter anderem sollen mit dem Projekt „Sportforum“ gemeinsam mit den fünf anderen Sportvereinen in der Stadt neue Impulse gesetzt werden. Wolfgang Laur ist zufrieden: „Wir haben sehr intensiv und gut miteinander gearbeitet, Verständnis für andere Sparten entwickelt. Nun ist es an der Zeit, als Verein etwas gemeinschaftlich zu erleben.“ Nach dem ersten „TSV Open“ im Juni soll im Herbst das Nächste folgen. Gegenseitig wollen sich die Abteilungen bei ihren Sportevents besuchen und unterstützen.

Nach dem ersten „TSV Open“ im Juni soll im Herbst das Nächste folgen. Gegenseitig wollen sich die Abteilungen bei ihren Sportevents besuchen und unterstützen.

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