Drei vermögen mehr als einer“: So formuliert Pfarrer Gerhard Bundschuh kurz und knapp den Gedanken, der hinter der neuen Kooperation zwischen Kloster Brandenburg, Theresia-Hecht-Stiftung und der Hospizgruppe Iller-Weihung  – ihr Träger ist die katholische Kirchengemeinde Illerrieden – steht. Gemeinsam haben sie das Forum Hospiz gegründet – besiegelt durch die Unterschriften von Generaloberin Schwester Angelika Hinderberger, Stiftungsvorstand Christoph Götz und Pfarrer Gerhard Bundschuh.

Hospiz macht Schule

Durch ihre Zusammenarbeit wollen die Beteiligten die Hospizbewegung bekannt machen. Geplant sind regelmäßige Veranstaltungen. Dabei bildete deren Premiere „Musik und Poesie im Kloster Brandenburg“,  nicht nur den beeindruckenden Auftakt, sondern den idealen Rahmen für den Gründungsakt (Bericht folgt). Christoph Götz könnte sich auch ein Projekt mit Kindern vorstellen: „Hospiz macht Schule“ nennt es sich. Was sie nicht wollen: „Wir möchten keine Akademie sein.“

Was für Gedanken stehen hinter dem Forum Hospiz? „Alle drei Partner finden, dass Tod und Trauer zu wenig Platz finden“, sagt Götz. „Es sind Erfahrungen, die uns alle betreffen“, ergänzt Bundschuh. „Um den Menschen geht es und um seine Würde.“ Basieren soll die Zusammenarbeit auf der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“. Darauf gingen sowohl Bettina Müller, die Einsatzleiterin der Hospizgruppe Iller-Weihung, als auch Schwester Elisabeth, gelernte Altenpflegerin, die gerade eine Weiterbildung in Palliative Care macht, ein. „Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen“, zitierte die Ordensschwester den ersten Leitsatz der Charta. „Wir möchten für Schwerstkranke und Sterbende da sein, für Betreuende, Ratsuchende, für diejenigen, die einen Menschen an ihrer Seite brauchen, bieten Seelsorgegespräche an“, betonte sie. Bettina Müller fügte hinzu: „Das Sterben hat Würde, Sinn und Hoffnung.“

Im Kooperationsvertrag sind die Aufgaben der Partner verteilt: „Die Räume stellen wir zur Verfügung“, erläutert Schwester Angelika, denn: „Wir sind 25 Schwestern im Haus und werden sehr viel mit Tod und Sterben konfrontiert.“ Durch das Tagungs- und Exerzitienhaus könne mehr nach außen hin auf den Weg gebracht werden. Die Theresia-Hecht-Stiftung wiederum übernimmt die technische und organisatorische Planung. Die inhaltliche Thematik schließlich befinde sich in den Händen von Bettina Müller, die über eine lange Erfahrung verfüge. „Wir wollen gemeinsame Ressourcen und Synergien nutzen“, fasst Gerhard Bundschuh zusammen. An die Gründung eines Hospizes denken sie nicht: „Dafür sind wir hier zu ländlich“, erklärt der Geistliche und verweist auf bestehende Hospize in Illertissen und Ulm.

Auf Spenden angewiesen

So ein Projekt muss finanziert sein.  Die Kosten werden laut Christoph Götz gedrittelt. „Wir sind auf Spenden angewiesen“, betonen die Unterzeichner. Jede der Institutionen könne solche Zuwendungen entgegennehmen und zweckgebunden einbringen. Dies sei eine Selbstverpflichtung.  Spendenbescheinigungen dürfen sie ausstellen. „Es wird sehr spannend, wie es sich entwickelt“, meint Schwester Angelika abschließend.

Fünf Leitsätze für die Aufgaben


Zusammenschluss Die Charta zur Betreuung Schwerstkranker und Sterbender in Deutschland setzt sich für Menschen ein, die aufgrund einer lebensbegrenzenden Erkrankung mit Sterben und Tod konfrontiert sind. Fünf Leitsätze formulieren dabei Aufgaben, Ziele und Handlungsbedarfe, um deren Betreuung zu verbessern. Der betroffene Mensch steht dabei stets im Mittelpunkt. Die Charta wurde im September 2010 veröffentlicht. Seitdem gelang es, viele Institutionen, Organisationen und Privatpersonen in den Prozess mit einzubeziehen, um die gesellschaftliche Auseinandersetzung zum Thema Sterben, Tod und Trauer breiter zu fördern und die Ziele der Charta stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.