In den vergangenen Tagen hatte sich die Situation rund um das Coronavirus in der Region deutlich entspannt. Viele Landkreise meldeten einen Rückgang der Neuinfektionen. An einzelnen Tagen wurde an manchen Orten sogar gar keine neue Ansteckung mit dem Virus gemeldet.

Corona-Fälle im Alb-Donau-Kreis - RKI meldet höchsten Anstieg seit Tagen

Aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) lassen jetzt aber aufhorchen. So werden auf der Seite des Instituts mit Datenstand vom 10. Mai 2020, 0 Uhr, für den Alb-Donau-Kreis 581 Covid-19-Fälle genannt. Der Anstieg zum Vortag wird mit 23 Fällen angegeben. Das wäre der mit Abstand höchste Anstieg seit Tagen und mehr, als in allen anderen Landkreisen in Baden-Württemberg. Bisher lagen die im Alb-Donau-Kreis pro Tag registrierten Neuerkrankungen im unteren einstelligen Bereich.

Abweichende Corona-Infektionszahlen auf der Seite des Landratsamtes

Auffallend ist jedoch die Zahl der Infektionen, die auf der Seite des Landratsamtes angezeigt wird. Dort werden mit Datenstand vom 8. Mai 2020, 15.45 Uhr, für den Alb-Donau-Kreis 574 Fälle gemeldet. Damit wären die vom RKI am Sonntag gemeldeten Fälle „nur“ sechs mehr als am Freitagnachmittag - und nicht 23. Das Landratsamt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Die festgelegte Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von 7 Tagen - ab der Corona-Maßnahmen wieder verschärft werden müssen - wird laut RKI im Alb-Donau-Kreis nicht erreicht. Sie liegt aktuell bei 19,4.

Zahlen für den Stadtkreis Ulm und Landkreis Neu-Ulm bleiben stabil

Für den Stadtkreis Ulm melden Landratsamt und RKI am Sonntagvormittag 261 Fälle, einer mehr als am Vortag.
Im Landkreis Neu-Ulm sind aktuell 69 Personen bekannt, die im Moment mit dem Coronavirus infiziert sind. Insgesamt wurden bis Sonntagmittag 416 bestätigte Fälle gemeldet. Das ist eine Person mehr als am Vortag. Von den 416 bestätigten Fällen sind 324 Personen bereits aus der Quarantäne entlassen worden.

Mögliche Erklärung für unterschiedliche Zahlen

Ein möglicher Grund für die vermeintliche starke Zunahme der Infektionen im und die abweichenden Zahlen für den Alb-Donau-Kreis könnten Verzögerungen in der Übertragung der gemeldeten Fälle sein. Auch die unterschiedlichen Zeitpunkte der Erfassung der Daten kann zu Abweichungen führen. Speziell an Wochenenden war es bereits in der Vergangenheit zu „Unstimmigkeiten“ gekommen.
In Deutschland sind die örtlichen Gesundheitsämter dafür zuständig, Fälle zu erfassen und an die Landesgesundheitsämter zu übermitteln – spätestens am nächsten Arbeitstag. Danach leitet das Land die Daten ans RKI weiter. Ein Freitag erfasster Fall muss also erst am Montag gemeldet werden. Manche Ämter melden noch am Freitag oder auch am Wochenende, andere nicht.
Klarheit über die tatsächlichen Infektionszahlen werden wohl die nächsten Tagen bringen.