Obwohl alle Schulen in Baden-Württemberg und Bayern nach dem 11. Januar geschlossen bleiben und mit dem Fernunterricht starten, macht das Kultusministerium eine Ausnahme für Sonder- und Förderschulen: An diesen Schulen darf trotz des Corona-Lockdwons weiterhin Präsenzunterricht stattfinden, da Fernunterricht für die betroffenen Schülerinnen und Schüler oft kaum möglich ist.
Diese Entscheidung kritisieren die baden-württembergischen Kreise der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) Alb-Donau/Ulm und Biberach. Es sei nicht verständlich, wieso „während des momentanen Infektionsgeschehen, ausgerechnet diese Schularten einschließlich der entsprechenden Schulkindergärten“ offen bleiben dürfen. Der Grund: Schülerinnen und Schüler an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren für geistige und körperliche Entwicklung seien häufig nicht in Lage, sich an Hygienevorgaben zu halten.

GEW fordert eine Schließung der Schulen und Schulkindergärten

Der GEW-Kreisvorstand Edmund Schnaitter schreibt in einer Mitteilung, die Schüler, Schülerinnen und Kinder seien körpernahes Arbeiten gewöhnt. „Unterstützung in der Körperpflege und in der Nahrungsaufnahme sind nicht nur Alltag in den genannten Schularten, sondern explizite Inhalte des Unterrichts.“ Dazu kämen die zusätzlichen Kontakte durch die notwendigen Klassenteams und enge Kontakte der Schülerschaft in den Transportfahrzeugen und den jeweiligen Begleitpersonen.
Deshalb fordert die Gewerkschaft, dass auch Förder- und Sonderschulen bis mindestens 18. Januar geschlossen bleiben – und der Präsenzunterricht ausgesetzt wird. Edmund Schnaitter ergänzt, danach sei „eine entsprechende Überprüfung zur Öffnung entsprechend den anderen Schulen“ nötig.