Merklingen Cornelius Küttner ist jetzt ständiger Pfarrer in Merklingen

Seit Sonntag offiziell Pfarrer von Merklingen: Cornelius Küttner mit einem Model der Kirche "Zu den Heiligen Drei Königen".
Seit Sonntag offiziell Pfarrer von Merklingen: Cornelius Küttner mit einem Model der Kirche "Zu den Heiligen Drei Königen". © Foto: Joachim Lenk
Merklingen / JOACHIM LENK 28.10.2014
Dekan Klaus Schwarz bringt es auf den Punkt: Pfarrer Cornelius Küttner hat "frischen Wind und jugendlichen Elan" in die Kirchengemeinde Merklingen gebracht. Am Sonntag feierte der 31-Jährige Investitur.

In Merklingen kennt man Cornelius Küttner schon lange. Seit September 2011 betreut der heute 31-Jährige dort die evangelische Kirchengemeinde mit ihren knapp 1300 Seelen. Bis vergangenen Samstag noch als sogenannter "Pfarrer zur Anstellung". Seit Sonntag ist die Probezeit zu Ende. Mit der Investitur am Sonntag durch Dekan Klaus Schwarz wurde Küttner zum ständigen Pfarrer ernannt.

Geboren wurde der Geistliche, dessen Vater ebenfalls Seelsorger war, am 6. Oktober 1983 in Sachsen in der Nähe von Dresden. Für Küttner stand schon bald fest, dass er in die Fußstapfen des Papa treten werde. Deshalb studierte er von 2002 an Theologie in Tübingen. Von 2005 bis 2007 lernte er in Leipzig, bevor er 2008 zurück nach Tübingen kam, um dort sein Examen zu machen. Sein Vikariat absolvierte der Sachse in Geislingen-Altenstadt.

Als ihm 2011 der Oberkirchenrat eine Stelle in Merklingen anbot, zögerte Küttner nicht lange, da seine Frau Tabea am Evangelischen Seminar in Blaubeuren unterrichtet. Seit das Paar im Merklinger Pfarrhaus lebt, legt die Lehrerin deutlich weniger Kilometer auf der Straße zurück. "Und ich habe große Freude an der Gestaltung einer Kirchengemeinde", so Küttner, der es im Rückblick als Vorteil sieht, zu Beginn seines Berufslebens eine "überschaubare Gemeinde" bekommen zu haben.

Von Anfang an schlägt sein Herz besonders für die Jugend und die damit verbundenen Aufgaben. Mit viel Herzblut hält der 31-Jährige seinen Religionsunterricht an der örtlichen Grundschule. Die Erwachsenenbildung gestaltet der Vater einer knapp zweijährigen Tochter "peppig und ansprechend". Das werde ihm von vielen Seiten bestätigt. Auch der Dekan habe davon schon gehört, schmunzelt Küttner.

Er verschweigt nicht, dass ihm während der vergangenen drei Jahre Zweifel gekommen seien, auf der Alb zu bleiben. Inzwischen sei er mit sich im Reinen. "Intensive Gespräche mit den Gläubigen haben mir meine Skepsis genommen. Sie haben mich ermutigt, zu bleiben." Nun wisse er, dass er der Richtige für Merklingen sei. Nicht nur dort. Ab und zu predigt der 31-Jährige auch in Nellingen, Suppingen und Machtolsheim. Gestärkt habe ihn die einstimmige Zustimmung des Wahlausschusses, der im Sommer über seine Zukunft am Ort zu befinden hatte. "Jetzt weiß ich, dass ich hier gebraucht werde."

Auf seine Hobbys angesprochen, erzählt der Pfarrer, dass er gerne Musik höre. Am liebten die Hits der irischen Popband U2. Ab und zu setzt er sich "zur Entspannung" auch ans Klavier. Die meiste Zeit verbringt der Seelsorger mit seiner Familie. Ab und zu schwingt sich Küttner auf sein Rennrad mit 20 Gängen. Dann fährt er über die Alb. 60 bis 100 Kilometer sind keine Seltenheit. Mit wehendem Talar wie einst Don Camillo in den gleichnamigen Filmen? "Nein, bestimmt nicht", lacht Küttner übers ganze Gesicht. Auf seinem Drahtesel sei er nur privat unterwegs.

Und wie sieht seine Planung für die Zukunft aus? "Es gibt bei uns ein ungeschriebenes Gesetz, dass man als Pfarrer acht bis zwölf Jahre an einem Ort bleibt", sagt der Geistliche. Ob er sich daran hält, wisse er heute noch nicht. "Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich weiß, dass ich hier noch einiges zu erledigen habe." Den junge Menschen wolle er "noch etwas mitgeben", den älteren Gläubigen "ein Stück ihres Weges begleiten". Kurzum: "Ich möchte allen Gott konkret erlebbar machen."

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