Politik Christdemokraten wollen mit mehr Profil punkten

Mit Ronja Kemmer und Manuel Hagel waren zwei prominente CDU-Vertreter in Illerrieden. Rechts Siegfried Hutter vom CDU-Ortsverband.
Mit Ronja Kemmer und Manuel Hagel waren zwei prominente CDU-Vertreter in Illerrieden. Rechts Siegfried Hutter vom CDU-Ortsverband. © Foto: Michael Seefelder
Illerrieden / Michael Seefelder 03.11.2018

„90 Minuten Politik“ hatten die CDU-Ortsverbände Dietenheim, Illerkirchberg, Illerrieden und Schnürpflingen-Hüttisheim-Staig angekündigt und zu ihrer gemeinsamen Veranstaltung im Haus „Alte Schule“ in Illerrieden zwei prominente Parteivertreter geladen. Landtagsabgeordneter Manuel Hagel und Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer sprachen aktuelle Vorhaben und Debatten in Stuttgart und Berlin an und machten deutlich, was aus ihrer Sicht bei den Christdemokraten geschehen muss, damit sie Volkspartei bleiben können.

Zunächst gab es aber deutliche Worte in Richtung der bayerischen Schwesterpartei. Der Ton des CSU-Vorsitzenden und Innenministers Horst Seehofer sei „inakzeptabel“ und lasse Respekt vermissen, der Streit in den Unionsparteien habe deren Ansehen sehr geschadet, sagte Ronja Kemmer. Der Illerrieder CDU-Vorsitzende Siegfried Hutter forderte gar: „Wir plädieren für einen Rücktritt Seehofers. Er gibt keine Ruhe.“ Kemmer mahnte, die CDU brauche eine „Profilschärfung“ und „jemanden, der die Partei wieder eint“. Die drei Flügel der CDU, liberal, konservativ und christlich-sozial, müssten gleichermaßen bedient werden. Kemmer warnte vor Extremismus von links und rechts, von dem sich die Partei klar abgrenzen müsse. Sie nannte als Beispiele die Angriffe auf Polizisten im Hambacher Forst und die Hakenkreuz-Schmierereien im Ulmer Münster: „Die Mitte ist wichtiger denn je.“

Manuel Hagel ging auf den Rechtsruck in verschiedenen europäischen Staaten ein und nannte das Frauenbild der AfD „von vor den 1950er Jahren“. Jedoch übte er auch Kritik an linken Ansätzen beispielsweise in der Bildungspolitik und forderte eine Stärkung von Haupt- und Realschule sowie von Handwerksberufen. Für die CDU sei „das christliche Menschenbild“ der „Ur-Markenkern“, das „Gerede von links und rechts“ in der Partei gehe ihm „ziemlich auf die Nerven“.

Bei der anschließenden Fragerunde kam aus den Reihen der zahlreichen Besucher unter anderem Kritik am „Genderwahn“ und an der mangelnden Infrastruktur beim Internet in ländlichen Gebieten.

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