Sie nadeln. Unablässig. Und viele Menschen können sie nach nunmehr knapp drei Wochen auch nicht mehr sehen. Die Weihnachtsbäume fliegen dieser Tage aus der guten Stube, hinaus auf den Gehweg. Dort werden sie am Wochenende abgeholt. Ein Überblick.

Langenau Seit mehreren Jahrzehnten ist es im Langenauer Stadtgebiet Usus, dass die Siebtklässler der Friedrich-Schiller-Realschule die verdorrten Christbäume einsammeln. Dieses Jahr, erklärt der koordinierende Lehrer Michael Pfitzer auf Anfrage, werden rund 120 Schüler und 40 bis 50 Eltern anpacken. In Transportern, die teils Betriebe bereitstellen, fährt der Baum-Trupp von Haus zu Haus, um das nadelnde Gut einladen – am morgigen Samstag, 12. Januar, von 9 bis 13 Uhr.

Die Weihnachtsbäume müssen vollständig abgeschmückt sein. Und die Schüler freuen sich über eine Spende für die Schullandheimkasse. Aus pädagogischer Sicht geht es laut Pfitzer auch darum, den Schülern der fünf siebten Klassen zu vermitteln, „dass sie etwas leisten müssen, um sich etwas leisten zu können“.

Dieser Einsatz lohnt sich: Im vergangenen Jahr waren stolze 5500 Euro – ein Spendenrekord – zusammengekommen. Eine Einnahmequelle, die vor vier, fünf Jahren auch findige Betrüger angelockt hatte. So hatten sich „schulfremde Personen“ Spendenbeträge erschlichen, in dem sie die an den Bäumen hängenden Couverts stahlen. Das soll nun vermieden werden, erklärt Pfitzer, indem die Bäume mit einem Hinweiszettel auf die Besitzer samt Hausnummer versehen sind. So können die Schüler klingeln und die Spende abholen. Sollte ein Anwohner nicht zuhause sein, könne die Spende beim Nachbarn deponiert werden, rät Pfitzer. Und dass die sammelnden Jungen und Mädchen tatsächlich von der Realschule sind, können sie mit einem gültigen Schülerausweis selbiger nachweisen. Sollten Bäume übersehen werden, kann man dies sofort melden unter Tel. (01578) 105 04 76.

Die Bäume landen dann in der Kompostieranlage, wo sie zerschreddert werden. Mit einem Teil wird Strom und Wärme in der benachbarten Biogas-Anlage erzeugt, der andere Teil wird kompostiert.

In den Langenauer Stadtteilen sind die Schüler nicht unterwegs. Doch auch dort klappern Trupps die Bewohner am Samstagmorgen ab: In Albeck sammelt seit vielen Jahren die örtliche Feuerwehr-Abteilung das Material für das Funkenfeuer des TSV; in Göttingen sind die Fußballer des Sportvereins unterwegs; in Hörvelsingen sammelt der „Bauwagen“.

Elchingen Früher haben in Elchingen teils noch Landwirte die Bäume eingesammelt. Seit vorigem Jahr gibt es aber – unter anderem aus Haftungs- und Verkehrssicherungsgründen – ein einheitliches System für alle Ortsteile, wie Peter Botzenhard, der geschäftsleitende Beamte, auf Anfrage erklärt: „Die Gemeinde mietet von den Entsorgungsbetrieben Ulm Fahrzeuge und Fahrer an, die örtlichen Feuerwehren entsorgen die Bäume.“ So, wie es in Unterelchingen schon länger praktiziert wird. Gesammelt wird ebenfalls am Samstag, ab 8 Uhr, in der gesamten Kommune. Die Nordmanntannen und Blaufichten landen auf dem Wertstoffhof. Zu dessen üblichen Öffnungszeiten können die Bürger ihre Bäume auch direkt dort abgeben.

Nersingen In der Gemeinde können sich Bürger ihrer Bäume laut Verwaltung am Samstag ab 9 Uhr entledigen: In Nersingen und in Leibi sammelt sie die Jugend der Feuerwehr Nersingen-Leibi ein, in Ober- und Unterfahlheim die Jugendfeuerwehr Fahlheim, in Straß die dortige Jugendfeuerwehr, die sich alle über Spenden freuen. Laut dem Nersinger Kommandant Andreas Uhl nutzen die Fahlheimer Retter die Bäume für ihr Funkenfeuer. Jenes Grün aus Nersingen und Leibi zündet der Vereinsring Nersingen-Leibi zum Vergnügen der Zuschauer an. Die Straßer Wehr bringt die Bäume zur Gartenmülldeponie, weil sie kein Feuer-Spektakel veranstaltet.

Asselfingen/Rammingen Ausgediente und am Gehweg abgestellte Weihnachtsbäume sammeln in den Gemeinden Asselfingen und Rammingen am Samstag, 12. Januar, Mitglieder der örtlichen Jugendclubs ein, um sie anschließend zu entsorgen.