Ehrenamt Bürgerstiftung: Jeder kann sich engagieren

Sie stehen auch mal am Kuchenstand, wenn sie ihren Mitmenschen damit helfen können: (von links) Peter Mangold, Uta Woernle, und Stiftungsvorsitzender Ralf Schiffbauer.
Sie stehen auch mal am Kuchenstand, wenn sie ihren Mitmenschen damit helfen können: (von links) Peter Mangold, Uta Woernle, und Stiftungsvorsitzender Ralf Schiffbauer. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Laichingen / mp 18.06.2018

Uta Woernle steht hinterm Tresen auf dem Bewirtungsstand der Bürgerstiftung Laichinger Alb und gibt Kuchen aus. Wie immer bewirtet die Stiftung beim Frühlingsmarkt im Industriegebiet der Stadt Laichingen. Uta Woernle ist eine von zahlreichen sogenannten „Zeitstiftern“ innerhalb der Bürgerstiftung. Ihre Motivation, sich ehrenamtlich einzubringen: „Ich will in Laichingen etwas bewegen.“

Sie ist schon in der Ulmer Bewegung „Innerwheel“ und in anderen ähnlichen Clubs aktiv. Auslöser für ihr Engagement in der Bürgerstiftung war der letzte Wille ihres vor einigen Jahren verstorbenen Ehemanns. „Er wollte anstelle von Grabschmuck Geldspenden für die Bürgerstiftung.“ Die Gespräche dazu mit Stiftungsvorstand Ralf Schiffbauer waren ihr erster Kontakt mit der Bürgerstiftung. Als sie später gefragt wurde, mitzuhelfen, hat Uta Woernle angebissen. „Und es macht Spaß, wir sind ein tolles Team, alles läuft Hand in Hand.“

Ein weiterer Zeitstifter ist Peter Mangold. Seit Gründung der Stiftung spendet er seine Zeit, etwa wenn er die Weihnachtsgeschenke der Wunschsterne-Aktion den Familien überbringt. Seine Frau Renate ist von Anfang an im Vorstand: „Da fühlt man sich natürlich berufen, etwas beizutragen“. Die Zeitstifter sind für die Stiftung unersetzlich.

Die Bürgerstiftung Laichinger Alb verfügt seit der Gründung vor zwölf Jahren nun über ein Gesamtkapital von knapp 608 000 Euro, dank jährlicher Zustiftungen. Wegen der Niedrigzinsen – in der Regel schütten Stiftungen Zinserträge des Stiftungskapitals aus – fallen die Beträge allerdings nicht wie gewünscht aus. Die Bürgerstiftung kann auch mit Spendenannahmen Gutes bewirken – diese sind zwar teils zweckgebunden, aber sofort verfügbar. Um Spender und Zustifter zu gewinnen, muss eine Stiftung mit Leben gefüllt werden. Aus diesem Grund wird die Bürgerstiftung Laichinger Alb jedes Jahr mehrmals als Veranstalter aktiv: auf dem Frühlingsmarkt, mit einem Glühweinstand beim Weihnachtsmarkt Westerheim, beim Jazzfrühstück und dem jährlichen Benefizkonzert sowie der Wunsch­sterne-Aktion.

Und hinter all diesen Aktionen stecken Menschen, die organisieren, die auf- und abbauen, die Kuchen backen, Einkaufen, Speiseplatten vorbereiten, die Geschenke ausfahren. Das sind die fünf Vorstandsmitglieder sowie die neun Mitglieder des Kuratoriums. Doch die alleine genügen bei Weitem nicht, um etwa eine Veranstaltung mit hunderten Besuchern zu bewirten. Und da kommen die Zeitstifter ins Spiel. Menschen, die anstatt Geld zu spenden oder zu stiften, mit ihrer Zeit und ihrem Einsatz sowie mit neuen Ideen die Zwecke der Bürgerstiftung tatkräftig unterstützen. „Jeder sollte sich nach seinen Möglichkeiten für die Gesellschaft engagieren. Wer hat, mit Geld, oder eben durch anderes.“ Davon ist Uta Woernle überzeugt.

Gedächtnis-Fonds ermöglicht

Satzung Um trotz Niedrigzinsen den Kapitalstock verwenden zu können, hat die Bürgerstiftung Laichinger Alb dieses Jahr ihre Satzung geändert: Sie ist jetzt eine Mischstiftung und hat die Möglichkeit, mit neuem Kapital Fonds zu gründen – zum Beispiel Gedächtnisfonds, die Verstorbene in ihrem Vermächtnis festlegen.

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