Markus Häußler hat es mit dem Wasser. Begonnen hat das mit dem Eintritt in die DLRG Ulm als Kind. Das hatte allerdings seine Mutter für ihn entschieden. Aber es war wohl das Richtige, denn bis heute hat er alle Posten bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft durchlaufen, einschließlich den des Vorsitzenden, den er seit zwei Jahren inne hat.

Mit der Familie gerne Urlaub am Wasser

Daher verbringt der 34-Jährige  mit seiner Frau Dana und den kleinen Töchtern Mara und Tabea den Urlaub gern auf dem Wasser, zum Beispiel bei einer Bootsfahrt von Müritz nach Berlin und zurück. Obschon Häußler ein in Illerkirchberg sehr verbreiteter Name ist, ist er dort mit niemandem verwandt. Aufgewachsen auf dem Kuhberg, wohnt er seit 2011 in Ulm-Gögglingen.

Wo soll Gemeinde in zehn Jahren stehen ?

Beruflich hat Häußler ein eher trockenes Thema gewählt – öffentliche Verwaltung. Wenn man den Diplom-Verwaltungswirt darüber reden hört, begeistert ihn daran offensichtlich vor allem die Arbeit mit Menschen. Insbesondere als Bürgermeister. Daher habe er sich auch als Parteiloser in Illerkirchberg beworben. Zum Beispiel könne ein roter Faden, „wo soll die Gemeinde in den nächsten 10, 15 Jahren stehen?“, nur mit den Bürgern und dem Gemeinderat festlegt werden.

Illerkirchberg

Dazu gehören Bauplätze, aber nicht nur: auch öffentlicher Nahverkehr, Wohnen für Senioren, Angebote für die Jugend. „Es gilt, den Bedarf zu erheben, ihn zu priorisieren und dann nachhaltig umzusetzen“, sagt Häußler. Ein wichtiges Anliegen ist ihm, die Jugend einzubinden, denn die seien meist die Erwachsenen, wenn ein Konzept umgesetzt sei. Am Runden Tisch sollen sie ihre Vorstellungen äußern können, erfahren, wie eine Gemeinde tickt – und auch, „dass Entscheidungen nicht frei von Zwängen sind“.

Gute Konzepte sind wichtig

Je besser ein Konzept ausgearbeitet sei, desto zielgerichteter könne es umgesetzt werden. Zum Beispiel, wenn finanzielle Spielräume gegeben sind und Fördergelder bereitstehen. „Wenn ich da erst anfange zu planen, sind die schon vergeben“, sagt Häußler. Die im Investitionsprogramm bis 2023 geplanten Kredite von fast zwölf Millionen Euro – in etwa der jährliche Bedarf des Verwaltungshaushalts – führten Illerkirchberg „in eine beachtliche Verschuldung“. Da sei erstmal das Ende der Fahnenstange erreicht.

Das Positive sei, dass das Geld für Kinderbetreuung ausgegeben wird, somit „rentierliche Schulden“ sind. Umso wichtiger sei ein schlüssiges und nachhaltiges Konzept. Damit die Gemeinde nicht von den Folgekosten eingeholt werde. „Und damit sie zugreifen kann, wenn die Gelegenheit günstig ist.“

Viele Kontakte ins Landratsamt

Hierbei kämen dem Kandidaten seine Kontakte aus zehn Jahren Tätigkeit im Landratsamt Alb-Donau-Kreis zugute: „Ich bringe ein Netzwerk mit.“ Wichtig ist Häußler auch der Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Kirchberg-Weihungstal. Interkommunale Zusammenarbeit habe Zukunft. Häußler: „Wenn etwas gemeinsam besser gelingt, dann sollten wir das auch tun.“

Häußler hat derzeit 60 Mitarbeiter

Nach den in jüngeren Jahren oft verqueren Verhältnissen zwischen Bürgermeister und Gemeinderat empfiehlt Häußler, den Blick nach vorn zu richten. Seinen Beitrag möchte er als „professioneller Dienstleister“ leisten: „Damit die Bürger wissen, womit sich ihr Bürgermeister und ihre Verwaltung beschäftigen und der Gemeinderat die Handreichungen erhält, um gute Entscheidungen zu treffen.“ Als Leiter des Fachdienstes Verkehr und Mobilität mit 60 Mitarbeitern hat Häußler im Landratsamt gut zu tun. Trotzdem: „Die zusätzlichen Gestaltungsmöglichkeiten eines Bürgermeisters, etwas bewegen, voranbringen und Neues zu erfahren, haben zu dem Entschluss geführt.“