Laichingen Bürgermeister kritisiert nach Drohbrief Verrohung in der Politik

Laichingen / LSW 13.04.2015
Nach der Androhung von Gewalt in einem anonymen Brief hat der Bürgermeister von Laichingen vor einer Verrohung der politischen Debatte gewarnt.
„Es gibt immer mehr einzelne Personen oder Gruppen, die versuchen, ihre Ziele mit nicht-politischen Mitteln zu erreichen“, sagte Klaus Kaufmann (parteilos) am Montag. „Das trägt sicher nicht dazu bei, dass für politische Ämter Werbung gemacht wird.“
 
In Laichingen war am 16. März 1945 ein Bomber der Alliierten abgestürzt, mehrere englische und kanadische Soldaten kamen dabei ums Leben. Bürgermeister Kaufmann hatte vor einer Gedenkfeier für die Nachkommen der Opfer einen Drohbrief erhalten, hinter der offenbar ein rechter Schreiber steht. In dem Brief wurde Kaufmann aufgefordert, die Gedenkfeier abzusagen. Der Brief endet mit der Drohung an die Veranstalter: „Ihr kommt nicht davon, die Kameraden finden euch.“ Kaufmann erstattete deshalb Anzeige. Er hielt wie geplant Ende März ein Grußwort vor den Nachkommen der Opfer.
 
Der thüringische Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) erhielt im Zusammenhang mit der Diskussion über die Unterbringung von Flüchtlingen zuletzt Morddrohungen.