Bildung Büchereien der Region bieten Weiterbildung im Netz

Laichingens Büchereileiterin Marion König führt an ihrem Computer vor, wie man auf elektronischem Weg von zu Hause aus Weiterbildungskurse der Büchereien belegen kann.
Laichingens Büchereileiterin Marion König führt an ihrem Computer vor, wie man auf elektronischem Weg von zu Hause aus Weiterbildungskurse der Büchereien belegen kann. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Sabine Graser-Kühnle 17.02.2017
Mit einem neuen Angebot schließen derzeit 28 Büchereien der Region eine Lücke: Ihre Nutzer können sich mit Hilfe des sogenannten „E-Learning“ kostenlos übers Internet weiterbilden.

Mit einem neuen Bildungsangebot bieten jetzt 28 Büchereien der Region ihren Lesern „E-Learning“ an.  Dieses Weiterbildungsangebot über den Computer  bietet einiges. Sprachen kann man da lernen – sowohl Deutsch, als auch Fremdsprachen. Im EDV-Bereich geht es um das Erlernen von Anwendungen des Office-Pakets von Microsoft oder von Programmen zur Bildbearbeitung, 3D und CAD. Auch Interessierte von Programmiersprachen werden beim E-Learning fündig.

Die Stadtbücherei Laichingen ist eine von vielen Bibliotheken, die am E-Learning teilnimmt. „Es ist unsere Aufgabe, allen Bevölkerungsgruppen Medien zur Unterhaltung und Freizeitgestaltung sowie zur Aus- und Weiterbildung bereitzustellen. Dazu gehört auch ein Zugang zu beruflicher und allgemeiner Bildung“, sagt die Laichinger Büchereileiterin Marion König. Ein eigenes Angebot in einem solch breiten Spektrum wäre für kleine Büchereien rein finanziell gar nicht zu stemmen. Ebenso unmöglich wäre es, das Kursmaterial in Printform vorzuhalten. Daher übernimmt der Bibliotheks-Verbund Neckar-Alb die Organisation des Angebots.

Viele Angebote in der Region

Neben Laichingen gehören diesem Verbund auch die Büchereien von Blaubeuren,h Heroldstatt, Dornstadt, Blaustein, Erbach, Langenau, Ehingen und Munderkingen an. Das Kultusministerium sponsert die Bildungsoffensive im Rahmen des Projekts „Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung durch neue mediale Lernangebote öffentlicher Bibliotheken“. Es stellt Software und digitale Kursprogramme zur Verfügung.  Unter den Bewerbern beim Kultusministerium erhielt auch der Neckar-Alb-Verbund einen Zuschlag. „Die Verbundstruktur macht durch Teilung der Kosten das E-Learning auch für unsere kleine  Gemeindebücherei finanzierbar“, freut sich Lucia Knehr, Leiterin der Heroldstatter Bücherei. „Lernkurse sind für Bibliotheken heute ein unverzichtbares Angebot.“

Beim E-Learning können sich die Interessierten ihre ausgewählten Kurse wie ein  eMedium aus dem Internet-Angebot des Neckar-Alb-Verbunds ausleihen. Ein halbes Jahr stehen den Kursteilnehmern dann die elektronischen Kurspakete zur Verfügung. Einzelne Kurse können sogar mit Zertifikat abgeschlossen werden.

Keine Konkurrenz zur VHS

Mit diesem Lernangebot sehen sich die Büchereien keineswegs als Konkurrenz zu den Volkshochschulen, denn die Zielgruppen sind ganz unterschiedliche. Einzelkämpfer, die nicht gebunden sein wollen an Kursorte und fixe Termine, das sind die Nutzer des E-Learnings. Marion König kann sich auch eine Kooperation mit der Volkshochschule vorstellen: „Denkbar wäre eine Lernform, bei der traditionelle Volkshochschulkurse  mit ihren sozialen Aspekten verknüpft werden mit der Flexibilität und Effektivität der elektronischen Lernform.“

Nutzer müssen übrigens nur zwei Voraussetzungen erfüllen: Sie brauchen einen Internetanschluss und einen gültigen Büchereiausweis von einer der Verbundbüchereien. Über die Homepage der elektronischen Ausleihe kann es dann losgehen.