Verkehr Breite Straßen, schmale Gehwege

Der Gehweg in der Ortsmitte von Arnegg ist so schmal, dass die Fußgänger nicht aneinander vorbei gehen können ohne auf die Straße auszuweichen.
Der Gehweg in der Ortsmitte von Arnegg ist so schmal, dass die Fußgänger nicht aneinander vorbei gehen können ohne auf die Straße auszuweichen. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Blaustein / Helga Mäckle 14.09.2018

Wippingen ist Spitzenreiter in puncto Geschwindigkeit: Im Schnitt sind die Autofahrer von Asch her mit 66 Stundenkilometern in den Blausteiner Teilort gefahren. „Und das nur 100 Meter vom Blitzer entfernt“, sagte Claudia Zimmermann. Die Ingenieurin des Verkehrsplanungsbüros Brenner Bernard hat im Auftrag der Stadt Blaustein die Ortsdurchfahrten hinsichtlich ihrer Verkehrssicherheit untersucht. Die Ergebnisse stellte sie am Dienstag dem Gemeinderat vor –  in groben Zügen. Die Details wird sie in den jeweiligen Ortschaftsräten besprechen und mit den Räten Maßnahmen erarbeiten.

Bermaringen, Weidach, Herrlingen, Wippingen, Arnegg: Diese Orte hat Zimmermann mit dem jeweiligen Ortsvorsteher besichtigt, gefährliche Stellen notiert. Anschließend wurde der Verkehr gezählt (siehe Info-Kasten), dabei wurde auch die Geschwindigkeit der Fahrzeuge gemessen. In Wippingen werde deshalb so schnell gefahren, „weil die Straße dort sehr breit ist“, erläuterte die Verkehrsplanerin. Ihrer Einschätzung nach ist die Breite der Straßen in den meisten Ortsdurchfahrten ein Problem, auch in Bermaringen. Mit Verkehrs­inseln oder anderen Einbauten könne man den Verkehr verlangsamen. Je nach Ort müsse geprüft werden, was dort sinnvoll  und umsetzbar ist.

Ein weiteres Problem: zu schmale Gehwege. Hier hob Zimmermann Arnegg hervor. Durch die Hauptstraße fahren täglich 6200 Fahrzeuge – die höchste Belastung in allen Teilorten. Mit im Schnitt 47 Stundenkilometern wird dort zwar nicht zu schnell gefahren. Allerdings sei die Fahrbahn eng, die beidseitigen Gehwege extrem schmal: „Die Häuser stehen ja quasi direkt an der Straße.“ Mehr Platz zu schaffen sei daher nicht möglich. Baue man aber den Gehweg nur auf einer Fahrbahnseite, könne der zumindest so breit angelegt werden, dass ein Kinderwagen und ein Fußgänger problemlos aneinander vorbeikommen. Auch in der Herrlinger Bergstraße ist der schmale Gehweg nach Einschätzung der Ingenieurin ein Problem. In fast allen Ortsteilen monierte Zimmermann, dass es für Radfahrer „nichts“ gibt. Auch hier bestehe Handlungsbedarf.

Im September wird sie sämtliche Punkte mit den Ortschaftsräten durchsprechen und die Vorschläge diskutieren. Die Maßnahmen werden anschließend samt Kostenschätzung dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt.

Die Verkehrsplanerin nannte einfache Mittel, mit denen Auto- und Lastwagenfahrer dazu bewegt werden können, langsamer zu fahren. Zum Beispiel mit Smiley-Geschwindigkeitsanzeigen. Die lachenden Gesichter oder eben auch die mit den hängenden Mundwinkeln zeigten erfahrungsgemäß eine beachtliche Wirkung. Eine solche Anlage hat die Stadt bereits angeschafft, weitere sollen demnächst folgen.

Verkehrserhebung fand im Juni statt

Zählung In den meisten, aber eben nicht in allen Ortsteilen, führte das Planungsbüro Brenner Bernard im Juni Verkehrszählungen durch. In der Ottostraße in Klingenstein etwa sei das nicht nötig gewesen, weil dort recht aktuelle Zahlen zur Verfügung stehen, sagte Planerin Claudia Zimmermann. In Bermaringen wurden die Fahrzeuge gezählt, die innerhalb von 24 Stunden von Weidach in den Ort fuhren: 1500, von Temmenhausen her waren es 1200. In der Weidacher Ortsmitte waren es 1700 Fahrzeuge, in der Herrlinger Bergstraße 2700, in der Hauptstraße in Arnegg 5200. In Wippingen fuhren von Süden her 5200, von Norden her 3800 Fahrzeuge in das Dorf.

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