Alb-Donau-Kreis Braucht der Alb-Donau-Kreis neue Kompostieranlagen?

In den meisten Orten im Alb-Donau-Kreis gibt es Grüngut-Sammelplätze. Für sie gelten künftig Vorschriften. Auch darf das Material nach der Zerkleinerung nicht mehr auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden.
In den meisten Orten im Alb-Donau-Kreis gibt es Grüngut-Sammelplätze. Für sie gelten künftig Vorschriften. Auch darf das Material nach der Zerkleinerung nicht mehr auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden. © Foto: Volkmar Könneke
JOACHIM STRIEBEL 28.10.2014
In vielen Orten bringen Bürger Grüngut auf Sammelplätze. Das Material wird gehäckselt und auf Felder ausgebracht. Dies ist nicht mehr zulässig.

Noch ist offen, wie die neue Grüngutkonzeption des Alb-Donau-Kreises aussehen wird. Klar ist, dass die Städte und Gemeinden die Erfassung und Verwertung des Grünguts weiterhin auf örtlicher Ebene durchführen wollen. Bei einer Kreisverbandsversammlung des Gemeindetags habe sich die Mehrheit dafür ausgesprochen, sagte die Leiterin des Fachdienstes Abfallwirtschaft, Ulrike Gläser, gestern bei der Sitzung des Kreistags. Wie Gläser erläuterte, macht die bundesweit geltende Neufassung der Bioabfallverordnung eine Änderung nötig. Bisher unterhalten die meisten Städte und Gemeinden Grüngutsammelstellen, teils auf Recyclinghöfen, vielerorts aber auch auf unbefestigen Plätzen am Ortsrand. Mancherorts gibt es getrennte Haufen für holziges Material, das zu Hackschnitzeln verarbeitet wird, und für "saftendes Material", also Grasschnitt und Ähnliches, das ebenfalls gehäckselt und auf Feldern ausgebracht wird. Anderswo werden die Materialien nicht getrennt.

Bisher war nicht gefordert, Grüngut zu behandeln. Weil aber der Gesetzgeber die Verbreitung von tierischen und pflanzlichen Krankheitserregern befürchtet, gilt nun die Vorschrift der "Hygienisierung". Bei Holzhackschnitzeln erfolgt diese durch die Verbrennung. Bei "saftendem Material" durch Kompostierung. "Die landwirtschaftliche Verwertung geht nicht mehr", sagte Ulrike Gläser. Das Land Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr eine Studie zur "Optimierung des Systems der Bio- und Grüngutabfallverwertung" in Auftrag gegeben. Der Alb-Donau-Kreis ist als einer von sechs Stadt- und Landkreisen Teilnehmer dieser Studie, deren Ergebnisse Ende des Jahres vorgestellt werden.

Fest steht, dass die Materialien getrennt erfasst und die kommunalen Sammelplätze befestigt werden müssen. Die meisten verfügen über keine Sickerwasserableitung, etliche haben keine Bau- und keine emissionsschutzrechtliche Genehmigung. Gefordert wird künftig auch eine Kontrolle der angelieferten Materialien. Für die Ertüchtigung eines Sammelplatzes muss laut Ulrike Gläser mit durchschnittlichen Kosten von 25.400 Euro gerechnet werden, in der Summe 1,4 Millionen Euro.

Und wo soll das weiche Grüngut kompostiert werden? Wohl nicht direkt an den Sammelstellen, denn sonst müsste überall eine noch teurere regelkonforme Kompostieranlage eingerichtet werden. Container, die dann zu einer größeren Kompostieranlage gefahren werden, könnten eine Lösung sein. Der Alb-Donau-Kreis unterhält Kompostierungsanlagen auf den Deponien Kaltenbuch bei Laichingen-Suppingen und Litzholz bei Ehingen. Die sind ausgelastet. Eine weitere Anlage bei Langenau hat der Kreis 2007 an den Maschinenring verkauft. Für die auf 18.000 bis 26.000 Tonnen geschätzte Masse sind nach der Berechnung eines Gutachters zwei weitere Kompostieranlagen nötig. Ulrike Gläser nannte für den Betrieb der Anlagen und für Transporte jährliche Kosten von rund 1,6 Millionen Euro.

Nun will der Alb-Donau-Kreis alle Grüngut-Sammelstellen analysieren und gemeinsam mit den Gemeinden eine Konzeption entwickeln. Eine Rolle spielt dabei auch der Umgang mit Biomüll aus dem Haushalt, der bisher nur in zwei Kommunen des Alb-Donau-Kreises, in Ehingen und in Illerkirchberg, getrennt erfasst wird.