Alb-Donau-Kreis Borkenkäfer: Experten raten zu wöchentlichen Kontrollen

Eine vom Borkenkäfer befallene Fichte: Unter der Rinde kann man das Fraßbild der Käferlarven sehen.
Eine vom Borkenkäfer befallene Fichte: Unter der Rinde kann man das Fraßbild der Käferlarven sehen. © Foto: Lino Mirgeler/dpa
Ulm / Region / Amrei Groß 15.08.2018
Die hohen Temperaturen und die Trockenheit der vergangenen Wochen haben ideale Bedingungen für Borkenkäfer geschaffen. Die Situation im Alb-Donau-Kreis ist entsprechend angespannt.

Rund 6000 Festmeter Käferholz sind im Staatswald Alb-Donau-Kreis bis Ende Juli angefallen. Für Jan Duvenhorst, den stellvertretenden Leiter des Fachdiensts Forst und Naturschutz im Landratsamt, ist diese Zahl noch kein Grund zur Sorge – im vergangenen Jahr waren es zum selben Zeitpunkt bereits 11.000 Festmeter. Nur: „Der große Ansturm kommt erst noch“, glaubt er. Bis zum Jahresende rechnet Duvenhorst im Kreis mit einer Käferholzmenge von bis zu 20.000 Festmetern.

Durch die hohen Temperaturen und die große Trockenheit der vergangenen Wochen findet der Borkenkäfer in der Region optimale Bedingungen vor.

„Die Tiere vermehren sich reichlich“ – und entwickeln sich schneller als sonst. Dazu komme, dass viele Bäume durch die anhaltende Trockenheit stark geschwächt seien und sich nicht so gut wie sonst gegen die Schädlinge zur Wehr setzen können.

Waldbesitzer gefragt

Umso mehr sieht Duvenhorst die Waldbesitzer in der Pflicht. „Vor allem Fichtenbestände sollten mindestens einmal wöchentlich auf Käferbefall kontrolliert werden“, sagt er. Dabei müsse gerade in älteren Beständen Baum für Baum gesichtet werden.

Dies gelte auch für die Urlaubszeit und bis mindestens Ende September. Denn: „Ein einzelner Käfer legt einige hundert Eier.“ In sechs Wochen – bei den derzeitigen Temperaturen eher schneller – entwickle sich aus jedem von ihnen ein gefräßiger Käfer. „Das explodiert.

Der Schädling ganz nah: So sehen Borkenkäfer aus.
Der Schädling ganz nah: So sehen Borkenkäfer aus. © Foto: Matthias Hiekel/dpa

Bei Tagestemperaturen über 30 Grad sollten die frischen Morgenstunden für Kontrollgänge genutzt werden, da sich die Käfer dann in die Tiefe zurückziehen und tagsüber nur schwer zu finden sind.

Woran erkennt man den Käferbefall?

Hat der Borkenkäfer einen Baum befallen, lässt sich dies insbesondere bei der derzeitigen Trockenheit gut an braunem Bohrmehl an der Rinde, unter Rindenschuppen, auf Spinnweben, am Stammfuß sowie auf dem Boden um den betroffenen Baum erkennen.

Die Spuren des Borkenkäfers sind in der Rinde gut zu erkennen.
Die Spuren des Borkenkäfers sind in der Rinde gut zu erkennen. © Foto: Oliver Berg/dpa

Weitere Anzeichen sind unter anderem Harztropfen und Harzfluss am Stamm und sogenannte „Spechtspiegel“, helle Flecken am Stamm, an denen der Vogel auf der Suche nach leckeren Käfern die Rinde beschädigt hat.

Bei Befall: Sofort fällen

Wird ein Befall festgestellt, muss sofort reagiert werden. „Schnelligkeit ist da zentral“, mahnt Duvenhorst. Betroffene Bäume sollten umgehend gefällt und mindestens einen Kilometer weit aus dem Wald geschafft werden.

Fichtenstämme und Baumstümpfe in Bayern. Durch Borkenkäfer-Befall mussten hier so viele Bäume gefällt werden, dass eine Lichtung im ehemals dichten Fichtenwald entstanden ist.
Fichtenstämme und Baumstümpfe in Bayern. Durch Borkenkäfer-Befall mussten hier so viele Bäume gefällt werden, dass eine Lichtung im ehemals dichten Fichtenwald entstanden ist. © Foto: Lino Mirgeler/dpa

Was im Wald bleibt, muss entrindet werden. Ist das nicht möglich, können auch Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen.

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