Vortrag Boeser-Schnebel will für Demokratie begeistern

Christian Boeser-Schnebel referiert über Demokratie und Streitkultur.
Christian Boeser-Schnebel referiert über Demokratie und Streitkultur. © Foto: Dave Stonies
Langenau / Dave Stonies 12.05.2018

Dass Politik und Demokratie viele Menschen scheinbar nicht interessiert, ist kürzlich in Langenau deutlich geworden. Eingeladen hatte die Ulmer Volkshochschule zusammen mit dem örtlichen Initiativkreis zu einem Vortrag von Christian Boeser-Schnebel zum Thema Streitkultur und erlebbare Demokratie.  Die Resonanz war sehr gering. Auf den rund 50 Stühlen nahmen nur zehn Besucher Platz.

Wie kann man also in Zeiten von immer kleiner werdenden Parteien Menschen für Demokratie begeistern? Wie wird richtig gestritten und diskutiert? Dies waren die zentralen Fragen des Vortrags. Boeser-Schnebel gliederte sein Thema in drei Teile: Demokratie leben, erleben und beleben. Dabei orientierte sich der Pädagoge mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung an den Themen Pegida, Flüchtlinge, AfD und Donald Trump. Altersarmut, Renten oder Klimawandel sprach der Wissenschaftler in seinem Vortrag nicht an. „Ich suche mir immer das raus, was die Menschen interessiert“, sagte er. Denn Boeser-Schnebel möchte die Kontroverse eines Streits stärken und die Menschen aus dem „wehleidigen Rumjammern“ rausholen.

 „Argumentationstraining gegen Stammtischparolen“, damit lasse sich gesund streiten. Man müsse seinen Gesprächspartner abholen und nachfragen, um eine gegenseitige Wechselwirkung zu vermeiden, meinte der Referent. Ein klassisches Beispiel: Politiker und Bürger. „Die da oben machen doch eh was sie wollen“, schimpften die Einen, „die verstehen uns nicht“ oder „ein drittel Irre sind immer dabei“, monierten die Politiker. Solche platten Parolen seien die Grundlage für eine falsche Streitkultur, glaubt Boeser-Schnebel. „So werden Klischees bedient und beide Seiten wollen die Anderen missionieren“

Boeser-Schnebel hat in den vergangenen beiden Jahren mehr als 250 Vorträge gehalten. Der akademische Oberrat, der auch Projektleiter des Netzwerks Politische Bildung Bayern und Mitinitiator des Gesellschaftswissenschaftlichen Instituts München ist, studierte Pädagogik, Politikwissenschaft, Psychologie und Soziologie.

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