Der Blutrache-Prozess vor dem Ulmer Landgericht, der im April 2018 begonnen hat, geht seinem Ende entgegen. Am 13. März plädiert die Staatsanwaltschaft, am 27. März die Verteidigung. Für Mittwoch waren kurzfristig der Zweite Vorsitzende und der Wasserwart des Fischervereins Eislingen als Zeugen geladen worden, weil in einem umzäunten Anglersee des Vereins bei Erbach im Mai 2017 die Leiche des ermordeten Xhoi M. entdeckt worden war.

Die Anklage geht davon aus, dass der 19-jährige Xhoi M. vom Angeklagten und einem Komplizen nach Erbach gelockt, mit einem Hammer erschlagen und die Leiche – zu einem Bündel verschnürt – anschließend 70 Meter weit zu einem Gewässer geschleppt und dort versenkt wurde. Die Verteidigung versucht zu zeigen, dass diese Aktion auch für eine Einzelperson machbar gewesen ist. So soll eine direkte Tatbeteiligung des angeklagten Deutsch-Albaners angezweifelt werden. Ein Feldversuch der Polizei am 13. Februar mit einem Dummy hatte allerdings gezeigt, dass dies auf sich allein gestellt nur dann gelingen kann, wenn ein Zauntor zwischen Tatort und Fundsee offen ist. Das Bündel erwies sich als zu schwer und zu unhandlich, um es über das Tor zu heben.

Kein weiterer Feldversuch

Allerdings hatte einer der während des Versuchs anwesenden Verteidiger wenige Meter links des Tores eine Beschädigung an der Umzäunung des Sees ausgemacht. Eine mögliche Alternativroute, um die Leiche zu beseitigen? „Da geht der Biber immer durch“, sagte der Zweite Vorsitzende des Fischereivereins. Seit mindestens drei Jahren finde sich das Biberloch im Zaun, groß genug für einen „kniehohen Hund“. Ein weiterer Feldversuch erwies sich als unnötig: Staatsanwalt und Gericht gestanden zu, dass man dort wohl auch das Leichenbündel hindurchzerren konnte.

Das könnte dich auch interessieren:

Göppingen