Gericht Blutrache: Eichen-Erbgut führt zu Tatort

Ulm/Erbach / Stefan Czernin 17.05.2018

Am Ulmer Landgericht haben gestern Kriminaltechniker Ergebnisse der Spurenauswertung präsentiert. Wie berichtet, wirft die Staatsanwaltschaft dem 46-jährigen Angeklagten vor, im April 2017 mit einem Mittäter einen 19-jährigen Albaner ermordet und die Leiche in einem Anglersee bei Erbach versenkt zu haben. Das Motiv sei Blutrache gewesen. Der Angeklagte bestreitet eine Beteiligung an der Tat, er habe im Vorfeld lediglich Handlangerdienste geleistet.

Wichtige Hinweise darauf, inwieweit der Angeklagte mit albanischen Wurzeln in die Tat verwickelt ist, könnte die Untersuchung von zwei Handtüchern geben. Eines davon war von Tauchern aus dem Rößlesee – dem mutmaßlichen Tatort – geborgen worden.  Die Taucher entdeckten zudem einen Hammer, Draht und eine abgerissene Armbanduhr. Weil DNS-Spuren fehlen, können diese jedoch nicht zweifelsfrei mit dem Mord in Verbindung gebracht werden.

Belastende Fasern

Allerdings fanden Ermittler in der Wohnung des Angeklagten ein entsprechendes Handtuch, selbes Material, selbes Label. Und von diesem zweiten Handtuch hätten sich Faserspuren an der Baufolie gefunden, mit der der Leichnam im See versenkt worden war, so Oberstaatsanwalt Christof Lehr.

Aus dem verschnürten Leichenbündel förderten die Kriminaltechniker auch allerlei Pflanzenteile zu Tage, darunter Eichenblätter. Mit Hilfe einer Analyse gelang es, den entsprechenden Baum am Rößlesee ausfindig zu machen – und so wohl den Ort, an dem der Leichnam in eine Baufolie gewickelt und mit Draht und Klebeband verschnürt wurde, nachdem der 19-Jährige mit mehreren Hammerschlägen gegen den Kopf getötet worden war.

Bei einer Untersuchung mit Metall-Detektoren fanden Polizisten dort zudem zwei Armbandglieder einer Uhr, die zu der aus dem See passen könnten. Und die habe dem Opfer gehört, heißt es in der Anklage. 

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel