Gundremmingen Block B ist am Netz

Gundremmingen / BÖ 30.09.2013

Der Brennelementeschaden im Block B des Kernkraftwerks Gundremmingen ist behoben, Block B ist wieder am Stromnetz. Das teilte die Betreiberfirma gestern mit. Der Schaden war durch die laufende Betriebsüberwachung des Reaktorkerns angezeigt worden. Die Untersuchung ergab, dass zwei von insgesamt 784 Brennelementen defekt waren. Deshalb wurde die Anlage vergangenen Donnerstag heruntergefahren, die schadhaften Elemente wurden ausgetauscht.

Die Kernkraftanlage sei für das Auftreten solcher Brennelemente-Defekte technisch ausgelegt, spezielle Rückhaltesysteme sorgten auch in so einem Fall für einen sicheren Betrieb, versicherte Kraftwerkssprecher Tobias Schmidt. Im Atommeiler seien alle behördlich vorgegebenen Grenzwerte sicher eingehalten worden. Nach bisherigen Erkenntnissen der Kraftwerksleitung bestehe für ein solches Ereignis keine Meldepflicht gegenüber den Aufsichtsbehörden. Aber das bayerische Umweltministerium sei dennoch informiert worden.

Das Atomkraftwerk besteht heute aus den beiden baugleichen Siedewasser-Reaktorblöcken B und C. Sie gingen 1984/85 in Betrieb, jeder der beiden Blöcke enthält 136 Tonnen Kernbrennstoff. Die beiden Blöcke erzeugen jedes Jahr insgesamt 21 Milliarden Kilowattstunden Strom und decken damit rein rechnerisch 30 Prozent des bayerischen Strombedarfs. Block B wird wegen des Ausstiegs Deutschlands aus der Atomenergie 2017 abgeschaltet werden, Block C 2021.

Derzeit läuft ein Antragsverfahren, die Leistung des Atomkraftwerks zu erhöhen, was in der Öffentlichkeit auf Widerstand stößt. Und das Zwischenlager für verbrauchte Brennelemente auf dem Gelände des Kernkraftwerks soll durch eine hohen Mauer gegen Angriffe von außen geschützt werden.