Blaustein Blaustein: Bebauungsplan für Hofgut Schwenk vertagt

Blaustein / JOACHIM STRIEBEL 25.09.2014
Der Bebauungsplan für das Hofgut Schwenk in Blaustein ist eine heikle Angelegenheit. Im Gemeinderat ging es um Lärm, Verkehr und Gebäudehöhen.

Der Blausteiner Gemeinderat hat am Dienstag zunächst hinter verschlossenen Türen, dann öffentlich beraten, und am Ende die Abstimmung über den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan "Hofgut Schwenk" vertagt. Wie berichtet, hat der Eigentümer das Areal verkauft, das Ulmer Unternehmen Munk will mehrere Gebäude mit insgesamt 80 bis 100 Wohnungen errichten. Die bislang dort untergebrachten Einrichtungen des Fördervereins für Waldorfpädagogik, ein Kindergarten und eine Kinderkrippe, mussten weichen.

Im Rahmen einer Öffentlichkeitsbeteiligung waren Einwendungen eingegangen, auch von der auf der gegenüberliegenden Straßenseite ansässigen Firma Mühlen Sohn. Wie Stadtplaner Erwin Zint dem Gremium berichtete, kritisiert das Unternehmen in einem von Juristen verfassten Schreiben, dass sich zwischen Gewerbegebiet und Wohngebiet nur eine Straße befindet, und nicht, wie sonst üblich, ein Mischgebiet. Beim Erstellen des Bebauungsplans sei die Erweiterungsabsicht des Unternehmens "nicht entsprechend berücksichtigt" worden, sagte Zint. Mühlen Sohn plant eine Lager- und Produktionshalle.

Inzwischen gibt es laut Zint ein Schallgutachten, das die künftige Bebauung berücksichtigt. Demnach ist an der zum Betrieb hin gewandten Seite des Hofguts Schwenk keine reine Wohnnutzung möglich. Dort soll nun ein Mischgebiet ausgewiesen und dieses mit einem so genannten Boardinghouse, das ist ein Gebäude mit Miet-Apartments, bebaut werden.

Ungelöst ist nach Ansicht mehrerer Gemeinderäte die Erschließung für den Verkehr. Die Ausfahrt aus dem Wohngebiet sollte nicht in die Hofstraße münden, weil sich dort eine Bushaltestelle für Schüler und eine Ampel befinden, forderte Robert Jungwirth (Grüne). Nach Ansicht von Elisabeth Couvigny-Erb (SPD) ist das direkt beim Kreisverkehr Lindenstraße/Mühlen-Straße geplante Gebäude mit einer Höhe von 16 Metern zu mächtig. Bürgermeister Thomas Kayser ging auf den SPD-Vorschlag ein, mit Hilfe der Feuerwehr-Drehleiter die geplante Höhe deutlich zu machen. Auch soll die Dimension eines Gebäudekomplexes, der in der Summe eine Länge von 50 Metern erreicht, im Gelände abgesteckt werden.