Urgeschichte Blaubeurer Museum boomt

Die von dem Tübinger Archäologen Nicholas Conard (links) präsentierten Doppellochperlen der Steinzeit sind noch bis Ende Januar zu sehen. Sie stehen im Mittelpunkt eines Wettbewerbs.
Die von dem Tübinger Archäologen Nicholas Conard (links) präsentierten Doppellochperlen der Steinzeit sind noch bis Ende Januar zu sehen. Sie stehen im Mittelpunkt eines Wettbewerbs. © Foto: Volkmar Könneke
Blaubeuren / Thomas Spanhel 03.01.2018
Mit über 60.000 Besuchern im Jahr 2017 hat das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren einen neuen Rekord aufgestellt. Mit einer aktuellen Sonderausstellung, einem Museumsführer und anderen neuen Angeboten soll das Interesse erhalten werden.

Die internationale Aufmerksamkeit für die Höhlen der Region hat sich ganz enorm auf die Besucherzahlen im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren ausgewirkt. Wurden vor der Museumserweiterung 2014 im Schnitt jährlich 15 000 Besucher gezählt, waren es danach 35 000, im vergangenen Jahr sogar mehr als 60 000 Besucher.

„Im August hatten wir so viele Besucher wie früher in einem ganzen Jahr“, berichtet Stefanie Kölbl, die Direktorin des Museums. Sie freut sich vor allem, dass deutlich mehr Individualtouristen den Weg ins Museum finden und dann schon mal ein paar Tage in der Region bleiben. Das Museum habe sich als erste Anlaufstelle, als „Kondensationskern“ für die Welterbe-Region etabliert. Das zeige sich auch an den Zugriffszahlen auf die Homepage des Museums, die vor einem Jahr noch im vierstelligen Bereich vor sich hin dümpelten und jetzt auf bis zu 150 000 Klicks in einem Monat hochgeschossen sind.

Die neue Sonderausstellung „Das verschwundene Leben“, die am 17. März mit Beginn der Sommersaison im Museum eröffnet wird, soll das Interesse für Urgeschichte auch im neuen Jahr erhalten. Mit Hilfe von unbekannteren Fundstücken aus Höhlen der Region wird das Leben in der Steinzeit gezielt aus dem Blickwinkel heutiger Betrachter vorgestellt werden. Es geht um Mega-Themen wie Klimawandel, Migration oder Feinstaub, erläutert Kölbl. Die gab es früher auch – und schon damals machten sie große Probleme, die verdeutlicht werden sollen.

Krasse Klimaschwankungen

Heute gehe es beispielsweise beim Klimawandel um die Veränderung von einigen wenigen Grad Celsius über mehrere Jahrzehnte hinweg. In der Steinzeit seien die Veränderungen teilweise sehr viel stärker gewesen: „Innerhalb von einem Jahrzehnt konnten die Durchschnittstemperaturen damals schon mal um zehn Grad Celsius ansteigen.“ Dies habe vor allem an den Änderungen des Golfstroms gelegen, berichtet Kölbl. Die Sonderausstellung wird im September durch einen zweiten Teil über „Verschwundene Landschaften“ ergänzt. Darin geht es um einschneidende Veränderungen im Ach- und Lonetal zur Steinzeit.

Neben bewährten Angeboten wie Steinzeitwerkstatt, Museumsfest, Archäo-Akademie und Kinderferienprogramm will das Museum bald einen Museumsführer herausbringen. Außerdem wird in der Dauerausstellung der Klang­raum überarbeitet, da es neue Erkenntnisse zur Spielweise der alten Flöten gibt.

Wettbewerb über Schmuck der Steinzeit

Rätsel Hunderte Perlen aus Mammutelfenbein wurden in den Weltkulturerbe-Höhlen gefunden. Waren sie Teil von Ketten, von Armbändern oder von Taschen? Das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren sucht Antworten auf die Frage, wie die steinzeitlichen kleinen Doppellochperlen genutzt werden können: In einem Wettbewerb sind  kreative Ideen gefragt. Infos zu den Teilnahmebedingungen und Preisen unter www.urmu.de, Rubrik Museum  – Perlenwettbewerb.

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