Blaubeuren Blaubeurer Bürger entwickeln Masterplan - mit dem Ziel: Attraktive Dörfer

Aus der Dorfhüle und ihrer Umgebung könnte man mehr machen, meint der Arbeitskreis in Asch. Wie 15 andere Gruppen hat er während eines neun Monate dauernden Prozesses Vorschläge zur schöneren Gestaltung der Blaubeurer Teilorte gemacht.
Aus der Dorfhüle und ihrer Umgebung könnte man mehr machen, meint der Arbeitskreis in Asch. Wie 15 andere Gruppen hat er während eines neun Monate dauernden Prozesses Vorschläge zur schöneren Gestaltung der Blaubeurer Teilorte gemacht. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Blaubeuren / THOMAS SPANHEL 11.08.2015
15 Arbeitskreise haben einen Masterplan vorgelegt mit Ideen, die Dörfer rund um Blaubeuren attraktiver zu gestalten. 60 detaillierte Vorschläge geben dem Gemeinderat ein genaues Handlungsprogramm.

Die Dorfhüle schöner gestalten, öffentliche Flächen aufwerten, ein neues Dorfgemeinschaftshaus bauen: Das sind einige der insgesamt 60 detailliert ausgearbeiteten Vorschläge für Veränderungen in den Blaubeurer Teilorten. All diese Wünsche, die Begründungen dafür und Vorschläge zur Umsetzung sind jetzt in einem 117-seitigen Buch mit dem Titel „Wie wollen wir in Zukunft in unseren Dörfern leben“ nachzulesen. Die Mitarbeiter der Plattform „Politaktiv“, die den Prozess der Bürgerbeteiligung über ein knappes Jahr hinweg moderierten, haben die Ergebnisse der Arbeitskreise aus sechs Blaubeurer Teilorten in diesem Buch festgehalten.

„Auf diese Weise haben wir jetzt einen Masterplan für die Entwicklung unserer Dörfer“, sagte der Blaubeurer Bürgermeister Jörg Seibold, als er die druckfrischen Exemplare an die rund 60 Arbeitskreis-Teilnehmer und die Gemeinderäte verteilte. Er lobte die „fantastische Leistung“ der Beteiligten, die auch dank der aufwändigen und guten Moderation durch „Politaktiv“ substanzielle Ergebnisse gebracht habe. „Nach neun Monaten Bürgerbeteiligung haben wir jetzt ein hübsches Kind geboren, das wir aber auch gut füttern müssen“, sagte Seibold. In einer Klausurtagung will sich der Gemeinderat mit den Vorschlägen auseinandersetzen. Dann sollen konkrete Projekte möglichst schnell verwirklicht werden: „Manches werden wir zügig umsetzen können, anderes wird unter anderem wegen der Kosten länger dauern.“

In Asch hat ein Arbeitskreis die Restaurierung und Wiederbelebung der Hüle angeregt – sie soll Treffpunkt mit einem Ort der Begegnung im umgenutzten Feuerwehrhaus werden. Ein Markt soll abgehalten werden, der Bau eines Mehrgenerationenhauses wird vorgeschlagen. Anwohner wurden bereits zu ihren Vorstellungen über einen so gestalteten neuen Ortsmittelpunkt befragt. Der Ascher Arbeitskreis Infrastruktur und Landwirtschaft dringt auf die Sanierung öffentlicher Flächen sowie auf die Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Durchgangsstraße auf 40 Stundenkilometer. Zwei andere Arbeitskreise wollen den Bau eines Basketballfeldes, die Kennzeichnung von Kulturdenkmälern und die Gründung einer Interessengemeinschaft IG Asch betreiben, um gemeinsame Aktionen besser zu organisieren.

In Gerhausen hat ein Arbeitskreis den Weg zu einem Dorfgemeinschaftshaus vorgezeichnet. Außerdem wird ein Spazierweg mit elf Stationen vorgeschlagen, die zum Verweilen einladen sollen – einige davon direkt an der Blau. Der Arbeitskreis Verkehr hat Tipps für weitere Parkplätze und für die Erhöhung der Sicherheit in der Ortsdurchfahrt gegeben. In Pappelau und Erstetten ging es um den Kindergarten, aber auch um die Wiederbelebung des Backhauses und um neuen Wohnraum. In Beiningen stand das Thema Verkehrssicherheit im Zentrum. Auf dem Blaubeurer Hochsträß insgesamt werden bessere Busverbindungen gewünscht, weiteres Thema war der weitere Ausbau der „Neuen Mitte“. Auch Seißen hofft auf bessere Verkehrsanbindung, will die Aufwertung unbebauter Flächen, die Sanierung des Backhauses und Neubauten von Kindergarten und Feuerwache angehen. In Weiler wurde ein Rundweg entlang der Ach vorgeschlagen. Anni Schlumberger, Projektleiterin von „Politaktiv“, lobte die detailliert ausgearbeiteten Vorschläge: Das habe sie in anderen Gemeinden in dieser Fülle noch nicht erlebt.

Stadträte und Arbeitskreisteilnehmer gaben das Lob zurück. Ernst-Georg Bayer, Ortschaftsrat und Arbeitskreisteilnehmer in Pappelau, hob nicht nur die gute Anleitung durch „Politaktiv“ hervor. Vor allem sei die schriftliche Fassung aller Vorschläge wichtig: „So können wir sehen, was wirklich umgesetzt wird.“

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