Dietenheim Bilanz der Feuerwehr: Ungewöhnlich viele Brände in Dietenheim

Stadtbrandmeister Stefan Pistel blickte bei der Hauptversammlung der freiwilligen Feuerwehr in Wort und Bild auf das vergangene Jahr zurück.
Stadtbrandmeister Stefan Pistel blickte bei der Hauptversammlung der freiwilligen Feuerwehr in Wort und Bild auf das vergangene Jahr zurück. © Foto: Kurt Högerle
Dietenheim / KURT HÖGERLE 03.12.2014
Stefan Pistel, Stadtbrandmeister der Feuerwehr Dietenheim, zog eine positive Bilanz des vergangenen Jahres. Besonders lobte er das Engagement der Feuerwehrleute und die Zusammenarbeit mit der Stadt.

Genau 100 Einsätze waren es, die die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Dietenheim im Jahr 2014 abzuleisten hatte. Allein acht schwere Unfälle gab es, bei denen unter anderem verletzte Insassen aus den Fahrzeugen geborgen werden mussten. Tödliche Verkehrsunfälle blieben in diesem Jahr aus. Dafür habe es aber ungewöhnlich häufig gebrannt, insgesamt 42 Brände mussten die Feuerwehrleute zum Teil unter sehr schwierigen Bedingungen löschen. Viele Hilfeleistungen wie die Beseitigung von Ölspuren oder Tierrettungen hielten die Feuerwehr in Atem. Die Fahrdienste für den Notfallseelsorger Gerhard Bundschuh werden auch als Einsätze gezählt; insgesamt elf Mal übernahm der Dietenheimer Pfarrer diese schwere Aufgabe.

Stefan Pistel, der langjährige Gesamtkommandant der beiden Teilfeuerwehren aus Dietenheim und Regglisweiler, führte am Samstagabend in der Stadthalle gewohnt souverän durch eine harmonische Jahreshauptversammlung der Gesamtwehr. Den vielen anwesenden Feuerwehrleuten - insgesamt stehen 100 Aktive in Dietenheim und Regglisweiler bereit - und Gästen präsentierte er einen anschaulichen Jahresrückblick mit schönen und traurigen Einsätzen.

"Alles in allem war es aber ein außergewöhnlich gutes Jahr für die Feuerwehr", betonte er mehrfach. "Die Dietenheimer Feuerwehr steht glänzend da." Technisch sei man auf dem neuesten Stand, und man fände in der Verwaltung immer ein offenes Ohr. Stefan Pistel verwies besonders auf die Neuanschaffungen wie ein modernes Notfallpumpenset, das ein 35-jähriges Altgerät ersetzt, und moderne, dringend nötig gewordene Schadstoffmessgeräte. Für die neuen Schutzjacken, die die alten, schweren aus den frühen 1990er Jahren ersetzen, dankte Pistel der Stadt und dem anwesenden Bürgermeister Christopher Eh besonders herzlich. Auch die Jugendfeuerwehr kann nun in ihren neuen Schutzjacken üben.

Mit dem Thema Jugend setzte sich der Stadtbrandmeister besonders auseinander. 2014 wurden in Dietenheim und Regglisweiler eigene Kinderfeuerwehren ins Leben gerufen. Damit sollen die Brandbekämpfer von morgen schon möglichst früh angesprochen werden, sagte Stefan Pistel, was auch ganz gut gelänge: "Wir könnten unsere Gruppen sogar noch vergrößern, aber mehr können wir nicht betreuen." Um noch mehr Jugendliche anzusprechen, verfügt die Feuerwehr jetzt ein eigenes so genanntes "Rollo", eine Werbewand, denn Nachwuchsarbeit sei heute wichtiger denn je.

Nicht ohne Stolz sprach Pistel über das Ansehen, das die Dietenheimer und Regglisweiler Feuerwehren genießen. Dank der technischen Ausstattung des Feuerwehrgebäudes könne man viele Dienstleistungen wie das Waschen und Warten der Schläuche oder die Reinigung der Dienstbekleidung anbieten, was von vielen Feuerwehren aus dem Umland dankbar angenommen wird - und die der Kommune recht stattliche Einnahmen liefern. Allein den Betrag, der durch die Wartung und Reinigung der Atemschutzgeräte vieler Feuerwehren der Stadtkasse zukomme, bezifferte Pistel auf 50.000 Euro. Das alles werde von ehrenamtlichen Feuerwehrleuten erarbeitet.

Die Regglisweiler Feuerwehr glänzte dieses Jahr auf einem internationalen Wettbewerb in Südtirol, wo sie als zweitbeste Gruppe aus Deutschland abschnitt, wie Franz Herrmann, der für den erkrankten Ortskommandanten Peter Schlegel eingesprungen war, mitteilte.

Im abschließenden Ausblick mahnte der Stadtbrandmeister die Kommune an, eine Notfallplanung Stromausfall und Hochwasser zu erarbeiten. Mittelfristig sei auch ein Feuerwehrbedarfsplan unumgänglich. Bürgermeister Christopher Eh würdigte in seiner Ansprache die Feuerwehr und belegte mit Zahlen, wie die Stadt sie unterstützt: Allein die Einsatzjacken schlugen mit 50.000 Euro zu Buche, aber er betonte ebenso: "Diese Ausgaben tätigen wir gerne für unsere und eure Sicherheit. Politik und Verwaltung stehen hinter euch."

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