Quälerei 15.000 Bienen in Blaustein vergiftet

Eine Honigbiene sitzt auf einem Bienenstock. (Symbolbild)
Eine Honigbiene sitzt auf einem Bienenstock. (Symbolbild) © Foto: dpa
Blaustein / Petra Laible 14.04.2017

Als Imker Andreas Schneider bei dem Jungvolk im Bienenhaus der Eduard-Mörike-Schule nach dem Rechten sehen wollte, sah er bereits tote Bienen vor dem Stand im Schulhof  liegen.  Er habe den Keil am Flugloch rausgenommen und gesehen, dass der ganze Boden voll mit toten Tieren war, erzählt Schneider. Das war Anfang April.

Der Imker verständigte die Polizei, die vor Ort kam, wie auch der Bienensachverständige Karl-Heinz Patzwahl aus Mähringen, dazu die Schulleiterin, Lehrer und auch Hans-Joachim Butscher, Leiter des Fachdienstes Verbraucherschutz und Veterinärwesen im Landratsamt Alb-Donau. Butscher habe eine Brutwabe mitgenommen und im Tierärztlichen Untersuchungsamt in Aulendorf auswerten lassen. Nachdem Experten die Tiere untersucht haben, steht fest, dass sie nicht unter einer Bienenkrankheit gelitten haben. „Das Bienenvolk wurde offensichtlich vergiftet“, teilte das Polizeipräsidium Ulm am Donnerstag mit.

Um der Sache auf den Grund zu gehen, seien tote Bienen nach Braunschweig ins Lebensmittel- und Veterinärinstitut geschickt worden. Dort werde eine Kultur angelegt und untersucht, um was für ein Gift es sich handelte. Mit einem Ergebnis könne man in zwei bis drei Monaten rechnen, sagte Schneider.

Das Gift sei gezielt von unten durch das Flugloch in den Bienenstand gesprüht worden. „Das war ganz klar Sabotage“, meint der Imker.  „Das ist mehr als schlimm.“ Das Problem: Das Bienenhaus steht am Treppenabgang zum Leubeweg, zwischen Mörike-Turnhalle und Schulgebäude. Das Gelände ist frei zugänglich.

Seit 2016 läuft das vom Land finanziell unterstützte Projekt an der Mörike-Schule. Die Schulbienen werden von einer Lehrerin und der Bienen-AG unter Anleitung des Imkers betreut.  Mit dem Bienen-Projekt solle Kindern die Natur näher gebracht werden, erklärt Schneider. Die Begeisterung unter den Schülern sei groß, der Blausteiner Schulhonig begehrt. Drei Bienenvölker hat Schneider im Frühjahr vergangenen Jahres der Mörike-Schule vermacht, eines für jede Schulart des Verbundes. Nun stockte die Schule auf: Ende März kam ein viertes Bienenvolk dazu, das Jungvolk, das nun dem Angriff mit Gift ausgesetzt war.

Ungefähr 15 000 Bienen seien dabei gestorben, die Hälfte des Volkes, die im unteren der beiden Brutkästen war. Das  Jungvolk sei „derart stark und gut“, dass es auf das Gift sofort reagierte und den oberen Brutkasten von unten total dicht gemacht habe. „Das Volk mit der Königin hat überlebt.“ Dieses müsse er nun behutsam wieder aufbauen, „an Honig darf ich da gar nicht denken.“ Seinen finanziellen Verlust, weil es keinen Honig gibt, beziffert Schneider auf 100 bis 150 Euro.

Konkrete Hinweise auf den Täter liegen der Polizei derzeit nicht vor. Nun suchen die Ermittler Zeugen, die Hinweise auf den Unbekannten geben können. Wer etwas Verdächtiges auf dem Schuldgelände oder in der Nähe des Bienenvolkes beobachtet hat, soll sich an die Polizei unter  Tel. (0731) 18 80 wenden.