Es war ein Abschied, der zu Herzen ging; ein Abschied, der zutiefst berührte. Die ökumenische Trauerfeier für die vier vor einer Woche tödlich Verunglückten war aber auch ein Versuch, sich gegenseitig zu helfen und zu trösten, wie der Dietenheimer Stadtpfarrer Gerhard Bundschuh es ausdrückte. Der Versuch, einen Weg zu finden, um ein wenig loslassen zu können. In erster Linie sollte die nachmittägliche Stunde aber eine "Feier von Freunden für die Freunde" sein; vorbereitet von einem Sechserteam mit Unterstützung der örtlichen Kirchenvertreter und des städtischen Sozialarbeiters Jochen Frajhaut.

Gekommen waren Familienangehörige und viele Freunde, aber auch zahlreiche Einsatzkräfte: die 20 Feuerwehrmänner und -frauen, die an jenem verhängnisvollen Samstagmorgen in Dietenheim Dienst taten, genauso wie die Ersthelfer und die Notfallseelsorger am Unfallort.

Sie alle entzündeten in der St.-Martinus-Kirche zu Beginn der Feier ein Licht und trugen es "als Zeichen des Trostes und der Hoffnung für die Angehörigen und Freunde" (Pfarrer Bundschuh) zu den Stufen des Altarraums - begleitet von wunderschönen Klängen am Klavier. Die Pianistin und Organistin Catrin Schachtner umrahmte die Feier stilvoll mit ausgesuchten Pop-Klassikern. Dort im Altarraum waren auf Staffeleien auch Fotos der Unfallopfer aufgebaut, umgeben von Blumengebinden und vier Kerzen. Abgerundet wurde das ästhetische Bild mit vier einzelnen Rosen, in Glasgefäßen zusammen mit Trauer-Koniferen arrangiert - von unbekannter Hand übrigens.

Der schlafende Jesus zusammen mit seinen Jüngern auf dem stürmischen See Genezareth: Dieser Geschichte aus dem Matthäus-Evangelium bediente sich der evangelische Pfarrer Thomas Breitkreuz in seiner Traueransprache. Stürme des Lebens: "Wie hoch können die Wellen schlagen, ehe wir kentern?", fragte er. Auch die Jünger hätten geglaubt zu kentern. Wohl erst im Rückblick hätten sie bemerkt: Jesus war immer bei ihnen, in den schwersten Stürmen und in der größten Angst. "Gott umgibt uns von allen Seiten und hält seine Hände über uns. Das gilt - bei allem, was geschehen ist - auch für Olga, Alexander, Frank und Maik. Und es gilt für uns, egal, ob wir es im Moment spüren oder nicht." Ganz nah war die Trauergemeinde den vier jungen Menschen im Alter von 20 bis 26 Jahren während Dias gezeigt wurden - Bilder aus glücklichen Tagen.

"Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich, still und leise; und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise", hieß es in dem Lied, dem sich Fürbitten anschlossen. Vorgelesen wurden sie von den besten Freunden der Verunglückten. Sie baten für ein schönes Zuhause, einen guten Platz im Himmel. Und sie dankten für aufrichtige Freundschaft, Hilfe, Unterstützung und Nähe. Wertvolle, kostbare Menschen seien jetzt "vier Engel, die ihre Hand über uns halten." Tränen flossen da nicht nur bei den Sprechern am Mikrofon.

"Wir alle stehen noch unter Schock und fühlen mit den Opfern, den Angehörigen und Freunden", sagte der Dietenheimer Bürgermeister Christopher Eh, der auch für seinen Balzheimer Amtskollegen Günter Herrmann sprach. Die Stadt werde versuchen, Vorkehrungen zu ergreifen, dass sich ein solcher Unfall nicht wiederholen könne. Die Gedenkfeier sei ein wichtiger Mosaikstein der Trauerarbeit: "Auch die Stadt muss den Unfall bewältigen."

Die würdevolle Stunde endete mit einem gemeinsam gesungenen Lieblingslied der Verstorbenen, dem DSDS-Song von Dieter Bohlen, "We have a dream". Für jeden, der danach nicht allein sein wollte oder konnte, hielt das Jugendhaus seine Pforten geöffnet.