Zementwerk Schelklingen Nach Gerüst-Einsturz: Bergung beginnt diese Woche

Das Zementwerk nach dem Unglück.
Das Zementwerk nach dem Unglück. © Foto: Ralf Zwiebler
Schelklingen / Petra Laible 02.10.2018
Nach dem tödlichen Unfall von zwei Arbeitern im Zementwerk Schelklingen, wird mit der Bergung des Gerüsts begonnen.

Nach dem tödlichen Unfall von zwei Arbeitern im Zementwerk Schelklingen, wird diese Woche mit der Bergung des Gerüsts begonnen. Das sagte Polizeisprecher Wolfgang Jürgens auf Anfrage. Die beiden 20 und 40 Jahre alten Männer aus Polen waren wie berichtet am 7. September in der Anlage verunglückt, als ein Gerüst in 40 Metern Höhe ins Schwanken geriet und teilweise zusammenbrach. Sie konnten nur noch tot geborgen werden. Vier weitere Arbeiter konnten sich retten.

Die Männer waren bei einem Subunternehmen von Thyssenkrupp beschäftigt, der Konzern ist für die Großbaustelle im Schelklinger Werk zuständig. Dort sind zwischen 200 und 300 Bauarbeiter im Einsatz. Heidelberg Cement investiert 100 Millionen Euro in einen neuen Wärmetauscher-Ofen.

Einstieg zu gefährlich

Die Unglücksstelle war bisher für die Ermittler nicht zugänglich. Die Polizei hat das Silo beschlagnahmt, so dass keiner den „Tatort“ betreten konnte. Ein Einstieg in das nur von oben zugängliche Silo sei zu gefährlich, sagte Jürgens. Das Gerüst ist einsturzgefährdet.

Ein Gutachter habe in den vergangenen Wochen ein Konzept erstellt, wie das Gerüst gefahrlos geborgen werden kann, erklärte der Polizeisprecher weiter. Rund zwei Wochen werde es dauern, das Gerüst von innen aus der Anlage zu schaffen. „Dann können wir mit den Analysen beginnen.“

In der Zwischenzeit seien Arbeiter und Firmenverantwortliche vernommen worden. Zu Details und zu der Frage, ob die tödlich verunglückten Arbeiter gesichert waren, äußerte sich Jürgens nicht. Nicht bekannt ist auch, ob die Vorschriften auf der Baustelle eingehalten wurden. Gewerbeaufsicht und Berufsgenossenschaft wurden hinzugezogen, um Fragen zur Sicherheit des Gerüstes und der Arbeiter zu beantworten. Eine Sicherung ist nicht immer erforderlich.

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