Vierzig Jahre im öffentlichen Dienst, in dieser Zeit hat sich vieles gewandelt: Verwaltungsvorschriften, Infrastrukturen, Ministerpräsidenten: Bernd Mangold sagt heute: „Ich mach meine Arbeit immer noch gerne.“ Seit 26 Jahren ist Mangold Bürgermeister in Berghülen. Er hat die Gemeinde seit den 90er Jahren politisch geprägt, wie kaum ein anderer. Heute ist der 58-Jährige der dienstälteste Bürgermeister der Laichinger Alb.

Dass er solange durchhalten würde, habe er bei seinem Amtsantritt kaum erwarte, erzählt er. Dabei schien sein Karriere-Weg schon mit dem Studium vorgezeichnet. 1976 begann er eine Ausbildung zum gehobenen Verwaltungsdienst in Durlangen, im Ostalbkreis, und ein Studium für öffentliche Verwaltung. Seine erste Stelle trat er in der Verwaltung der Stadt Waiblingen an. Und schließlich wurde Mangold für wenige Jahre Hauptamtsleiter in Albershausen im Filstal.

Bei der Wahl zum Bürgermeister in einer anderen Gemeinde hatte Mangold zunächst „eine Enttäuschung“ verkraften müssen. „Ich wollte es nochmal versuchen, um zu sehen, ob die Niederlage an mir lag“. Offenbar kaum: Denn Mangold konnte sich 1990 im ersten Wahlgang für das Amt des Schultes in Berghülen gegen fünf Mitbewerber durchsetzen. Das Dorf mit seinen rund 1900 Einwohnern entspreche  genau seiner Vorstellung von einer „überschaubaren Gemeinde“. „Die dörflichen Strukturen und der Zusammenhalt in der Gemeinde haben mich immer motiviert“, sagt er.

Allerdings stelle er fest, dass die Erwartungen vieler Menschen gestiegen seien, auch an die Verwaltung. Im Vordergrund stünden oft persönliche Interesse, statt dem Gemeinwohl – zum Beispiel bei der Vergabe von Bauprojekten. „Das macht die Arbeit heute anstrengender als früher.“ Doch ans Aufhören denkt Mangold noch nicht. In seiner Amtszeit hat er noch gute fünf Jahre vor sich – und gibt zu Bedenken: „Inzwischen können Bürgermeister bis 72 Jahre im Amt bleiben“. Das heißt, Mangold könnte auch danach nochmals antreten in Berghülen. Aber diese Frage stelle sich noch nicht: „Das überlegt man sich, wenn’s soweit ist.“