Verkehr Berghülen: Zwei Autofahrer bei Unfall tödlich verunglückt

Blaubeuren / Joachim Striebel 12.10.2017
Ein 40-jähriger und ein 60-jähriger Mann sind gestern bei einem Zusammenprall bei Berghülen gestorben. Wieder war ein getunter Mercedes  beteiligt.

Erneut hat sich auf den Straßen der Region ein Verkehrsunfall mit schlimmen Folgen ereignet: Nach dem Unglück am Sonntag bei Amstetten mit zwei Toten und zwei Verletzen sind gestern bei einem Zusammenstoß bei Berghülen zwei Autofahrer gestorben. Eine Fahrerin wurde verletzt und kam ins Krankenhaus.

Nach den Ermittlungen der Polizei war eine 23-jährige Polo-Fahrerin gegen 6.30 Uhr von Berghülen kommend auf die vorfahrtsberechtigte Landesstraße 1230 eingebogen. Aus Richtung Blaubeuren näherte sich ein Mercedes. Es kam zum Zusammenstoß, der Mercedes schleuderte auf die Gegenfahrbahn und prallte 80 Meter weiter gegen einen entgegenkommenden Skoda. Diese beiden Fahrzeuge wurden erheblich deformiert.

Der 40-jährige Fahrer des Mercedes starb in seinem Fahrzeug. Der 60-jährige Skoda-Fahrer hatte sich noch selbst aus seinem Wagen befreien können, er war allerdings so schwer verletzt, dass er wenig später im Rettungswagen starb.

Zur genauen Unfallursache machte die Polizei gestern noch keine Angaben. Bei dem Fahrzeug des 40-Jährigen mit Memminger Kennzeichen handelte es sich – wie bei dem Unfall am Sonntag – um die sportliche AMG-Variante eines Mercedes. Allein wegen des Fahrzeugtyps will die Polizei nicht auf ein erhöhtes Tempo schließen. „Zur Geschwindigkeit kann man noch gar nichts sagen“, berichtete gestern Uwe Krause von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Ulm. Ein Sachverständiger habe die Unfallstelle unter die Lupe genommen, eine erste Einschätzung werde es frühestens in den nächsten Tagen geben.

Nach Eingang der Unfallmeldung eilten sofort Notärzte und Rettungsteams des ASB und DRK aus Merklingen und Blaubeuren auf die L 1230. Wenig später, bei Tagesanbruch, kam das Team des Ulmer Rettungshubschraubers hinzu. Weil die Unfallstelle zunächst nicht ganz klar gewesen war, wurden nicht die nächstgelegenen Feuerwehren Berghülen und Blaubeuren alarmiert, sondern die Feuerwehren aus Machtolsheim und Laichingen. Sie unterstützten den Rettungsdienst, beleuchteten die Unfallstelle und sperrten diese ab.

Bei einem der Verunglückten handelt es sich um einen ehemaligen Feuerwehrangehörigen. Einige der Helfer, die ihn kannten, wurden abgelöst. Die Feuerwehr Berghülen wurde hinzugezogen. Einsatzkräfte wurden von einem speziell geschulten Notfallseelsorger betreut, auch zwei weitere Mitarbeiter der Notfallseelsorge Ulm/Alb-Donau und der Leiter des DRK-Notfallnachsorgedienstes waren im Einsatz.

Für die Rettungs- und Aufräumarbeiten war die Landesstraße 1230 zwischen Blaubeuren und Machtolsheim bis 11.20 Uhr gesperrt. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf 90 000 Euro. Sie sucht Zeugen, die Angaben zu dem Unfallhergang machen können: Hinweise an das Verkehrskommissariat in Mühlhausen.

Hinweise auf ein Tuning-Treffen

Tuning-Treffen Nach dem Unfall am Sonntag bei Amstetten mit zwei Toten und zwei Verletzten gibt es Hinweise, dass der Fahrer des Mercedes-AMG, einer getunten Variante, und die drei Insassen von einem  Tuning-Teffen kamen. Geprüft werden auch Anhaltspunkte, wonach der Sportwagen auf der Strecke mit mehreren Fahrzeugen in einer Kolonne unterwegs war. 

Ermittlungen Das Polizeipräsidium Ulm äußert sich derzeit dazu nicht, da noch die Ermittlungen zu dem schweren Unfall laufen. „Wir gehen jedem Hinweis nach“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Bei dem 27-jährigen Fahrer aus Ulm, der tödlich verunglückten, 24-jährigen Beifahrerin aus dem Raum Stuttgart, dem ebenfalls gestorbenen 15-Jährigen aus Biberach und dem lebensgefährlich verletzten 16-Jährigen aus dem Alb-Donau-Kreis handle es sich um „Bekannte“. Der 16-Jährige befinde sich nach wie vor „in ärztlicher Obhut“.  lai