Naturschutz Haldenhüle von Schilf- und Binsenwuchs befreit

Der Baggerführer musste vorsichtig sein, um die aus Lehm bestehende Sohle der Haldenhüle nicht zu beschädigen.
Der Baggerführer musste vorsichtig sein, um die aus Lehm bestehende Sohle der Haldenhüle nicht zu beschädigen. © Foto: Werner Hinz
Joachim Striebel 12.10.2017
Weil die Haldenhüle bei Berghülen zu verlanden drohte, rückte der Albverein mit einem Bagger an.

Berghülen ist, wie schon der Name sagt, das Dorf der Hülen. Auf der Albhochfläche, wo es kein Wasser gab, wurden früher Löcher angelegt, um Regenwasser aufzufangen. Der örtliche BUND hat vor einigen Jahren einen „Hülenpfad“ beschildert, der zu sechs solcher künstlicher Oberflächengewässer in Berghülen, Bühlenhausen und in der Umgebung führt. Eine kleine Tour mit einem grünen Frosch als Symbol ist sieben Kilometer lang und führt zu drei Hülen, eine große Tour (Symbol roter Frosch), die alle sechs Hülen verbindet, ist immerhin 31 Kilometer lang.

Während die Hülen für die Wasserversorgung – was immer auch aus hygienischen Gründen höchst problematisch war – heute keine Rolle mehr spielen, ist deren Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt hoch. Allein aus ökologischen Gründen wurde Anfang der 80er Jahre im Zuge der Flurbereinigung die Haldenhüle nördlich von Berghülen angelegt.

Der Schwäbische Albverein Berghülen erklärte sich damals bereit, die Pflege zu übernehmen. In den vergangenen Jahren verlandete die Haldenhüle immer mehr. „Wir kamen nicht mehr nach, den Schilf rauszubekommen“, berichtet Schriftführer Gerhard Tränkle.

Deswegen stand jetzt eine größere Aktion an, vorbereitet von Hans-Joachim Mayer und Naturschutzwart Georg Kast: Mit Hilfe eines Baggers wurde die Hüle vom stark wuchernden Schilf- und Binsenwuchs befreit, außerdem wurde Schlamm abgetragen. Eine knifflige Aufgabe für Baggerführer Hans Zeifang, der von Naturschutzwart Werner Hinz unterstützt wurde. Denn die zur Abdichtung des Wasserlochs nötige Lehmschicht durfte nicht beschädigt werden durch die Raupen oder die Schaufel des Baggers. Der Hülenboden wurde planiert, ein Regenzulauf angelegt. Die Sohle blieb dicht, die Hüle hat sich teilweise schon wieder mit Regenwasser gefüllt.

Mit der Behörde besprochen

Der ausgebaggerte Schlamm wurde zunächst am Ufer liegen gelassen, damit die Kleinlebewesen wieder ins Gewässer wandern können. So hatte es der Berghüler Albverein mit dem Fachdienst Naturschutz des Landratsamts Alb-Donau-Kreis besprochen, der die Arbeiten mit Rücksicht auf die Tierwelt auf die Monate September und Oktober festlegte. Die Hüle, die auch schon im Jahr 1994 saniert und damals mit einer Lehmschicht versehen wurde, werde von Insekten und Amphibien gut angenommen, berichtet Gerhard Tränkle. Dort seien viele Frösche und Libellen zu sehen. Der Albverein hat auch Büsche beseitigt, Felsen am Waldrand freigelegt und bei der Hüle eine Ruhebank aufgestellt. Als nächste Aktion werden Landwirte mit großen Fässern anrücken, um die Haldenhüle wieder ganz mit Wasser zu füllen.

Im nächsten Jahr will sich der Albverein dann um die Oberweiler Hüle kümmern, die rund 500 Meter nördlich von Berghülen liegt. Sie gehört zu jenen, die einst als Wasserspeicher angelegt wurden. „Oberweiler“ ist der Namen eines ehemaligen Siedlungsorts.