Kommentar Petra Laible zur Wahlbeteiligung in Erbach Bequem zurückgelehnt

Petra Laible.
Petra Laible. © Foto: Volkmar Könneke
PETRA LAIBLE 09.10.2018

Wenn im Schnitt nicht mal jeder zweite Erbacher von seinem Wahlrecht Gebrauch macht, den nicht besonders aufwendigen Gang ins Wahllokal oder eine Abstimmung per Briefwahl  schafft, welchen Rückschluss soll man ziehen?

Vielleicht war für diese Hälfte das Wetter am Wahlsonntag einfach zu schön. Oder  der Einzelne dachte, es spielt ja keine Rolle, weil es die anderen schon richten werden. Oder es ist diesen 50 Prozent einfach egal, wer die nächsten acht Jahre an der Spitze der Stadt Erbach steht.

Eher nicht. Es ist wohl so, dass es für die meisten ganz gut läuft. Weshalb es sie offenbar nicht drängte, dies dem Amtsinhaber Achim Gaus per Stimme mitzuteilen. Viele äußern sich ja nur noch, wenn es etwas zu schimpfen gibt. Deshalb ist die Wahlbeteiligung in Ersingen wohl auch am höchsten. Selbst wenn Ringingen da eine Ausnahme darstellt.

Laut wird am Bürgermeister bei öffentlichen Veranstaltungen  überwiegend Kritik geäußert. Wer zufrieden ist, verstummt und lehnt sich zurück. Offenbar mit der Grundhaltung, man habe sich das verdient.

Das passt zur Beobachtung von Verwaltungschefs in vielen Kommunen, dass das Anspruchsdenken der Bürger stetig wächst, Verbesserungen als selbstverständlich hingenommen werden.

Eine geringe Wahlbeteiligung ist Ausdruck von mangelndem Respekt. Erstens ganz persönlich, vor den Kandidaten, die bereit sind, sich für das Wohl einer Stadt einzusetzen. Der Vorwand, dass die da oben eh nur machen, was sie wollen, kann da nicht zählen. Parteipolitik spielt ja bei der Bürgermeisterwahl, wenn überhaupt, eine nachrangige Rolle.

Und sie ist Ausdruck von fehlender Wertschätzung. Nämlich zweitens, der Freiheit, überhaupt eine Wahl zu haben.

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