Blaustein Beirat soll Stadt gestalten helfen

Blaustein / sam 21.09.2018
Blaustein holt sich zwei Stadtplaner und Landschaftsarchitektin als Berater – zunächst für die neue Stadtmitte.

Stadtbaumeisterin Sandra Pianezzola spricht aus Erfahrung. In Ulm habe sie die Arbeit mit einem Gestaltungsbeirat kennengelernt und finde: Eine solche Runde lohne sich. Das sagte Pianezzola in der jüngsten Gemeinderatssitzung, um zu begründen, warum die Stadtverwaltung einen solchen Beirat für Blaustein einführen möchte. Das Gremium aus drei externen Experten soll zu voraussichtlich drei Sitzungen im Jahr nach Blaustein kommen, um aktuelle Bauprojekte zu betrachten, Kritik zu üben und mit Verwaltung und den zuständigen Planern über mögliche Änderungen zu sprechen. Diese Zusammenarbeit komme auch bei Investoren positiv an, berichtete Pianezzola.

Auch finanziell lohnten sich die Sitzungen, die je rund 5000 Euro kosten, da sie oft Einsparpotenziale aufzeigten und zudem wesentlich günstiger seien als Wettbewerbe auszuschreiben. Die Stadtbaumeisterin schlug auch gleich die Besetzung des Gremiums vor: Den Stuttgarter Architekten und Stadtplaner Tom Philipp Zoll, der für Blaustein den Stadtentwicklungsplan STEP erstellt hat; den gebürtigen Blausteiner Peter Eisenlauer, der als Architekt und Stadtplaner in München arbeitet und die Landschaftsarchitektin Bü Prechte, die Pianezzola aus dem Studium kennt und die bereits für die Stadt Kempten als Gestaltungsbeirätin arbeitet.

Quartier für bis zu 3000 Bürger

Die Zusammenarbeit mit dem Gremium solle an einem Beispielprojekt getestet werden, der Stadt stehe es jederzeit frei, den Beirat einzusetzen oder auch nicht, erläuterte Pianezzola auf Nachfrage aus dem Gremium. Konkret stehen in Blaustein zwei Projekte an, für die der Gestaltungsbeirat herangezogen werden soll: Die Neugestaltung der Stadtmitte, in die der Unternehmer Rolf Böhringer bis zu 30 Millionen Euro investieren möchte. Und das Baugebiet am Oberen Scheibenberg: Dort soll ein ganzes Quartier für bis zu 3000 neue Bürger entstehen. Mit der Innenstadt könnte es Anfang 2019 losgehen.

„Sehr angetan“ war Heidi Ankner, Bürger-Bündnis Blaustein, von dem Beirat, Jürgen Dannwolf (SPD) äußerte die Hoffnung, dass städtebauliche Pläne auf diese Weise „ausgegorener“ werden. Hermann Geywitz (Grüne) sagte: „Wir glauben, dass es ein Mehrwert für unsere Kommune ist“, Cornelia Kaufmann (Freie Wähler) fand den Beirat „grundsätzlich richtig in Hinblick auf das Zentrum“. Lothar Ruhnke (CDU) schloss sich dem an, bestand aber darauf, die Kosten bei 10 000 Euro zu deckeln. Blaustein beantragt die Aufnahme in ein neues Förderprogramm des Landes, das bis zu 10.000 Euro zuschießt.

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