Beimerstetten Beimerstetten wartet länger

Für Bahnfahrgäste in Beimerstetten ein gewohntes Bild: Auf ihren Zug müssen sie vor der Gittertür hinter dem Lärmschutzwall warten. Foto: Bernd Rindle
Für Bahnfahrgäste in Beimerstetten ein gewohntes Bild: Auf ihren Zug müssen sie vor der Gittertür hinter dem Lärmschutzwall warten. Foto: Bernd Rindle
Beimerstetten / BERND RINDLE 06.11.2013
Wer in Beimerstetten in den Zug steigen will, muss erst einmal warten, bis die Gittertür zum Bahnsteig aufgeschlossen wird. Der angekündigte Umbau des Bahnhofs zieht sich länger hin als gedacht.

"Wir sind eigentlich von 2015 ausgegangen", sagt der Beimerstetter Bürgermeister Andreas Haas. Der Umbau des örtlichen Bahnhofs lässt jedoch länger auf sich warten. Der Bahn zufolge sei dafür die verspätete Förderzusage des Landes verantwortlich, teilt Haas mit. Nunmehr plane das Unternehmen mit einem Baubeginn im Frühjahr 2016, die Arbeiten dürften etwa ein Jahr dauern. "Der Zeitplan scheint realistisch", meint der Bürgermeister.

Mangels Unterführung müssen die Bahnfahrgäste in Beimerstetten also weiterhin Gleis 1 überqueren, wenn sie zu Bahnsteig 2 wollen, um zum Zug nach Ulm zu gelangen. Aus Sicherheitsgründen ist das aber nur möglich, wenn ein Mitarbeiter die Tür in der Lärmschutzwand öffnet. Schließlich fahren regelmäßig ICE und weitere Fernzüge sowie Güterzüge durch. Ein Video des Prozederes hat es sogar auf den Internet-Kanal "You Tube" geschafft. Ein Regionalzug fährt langsam in den Bahnhof ein, die bisher verschlossene Gittertür öffnet sich, die Fahrgäste laufen übers Gleis zum Zug. Ein Bahnmitarbeiter in orangefarbener Warnweste wartet, bis alle eingestiegen und die Türen geschlossen sind. Dann fällt die Eisentür ins Schloss und der Bahnsteig wird wieder zum Sperrgebiet.

5,9 Millionen Euro wird der Umbau des Bahnhofs voraussichtlich kosten. Außer neuen, weiter nach Norden verschobenen Bahnsteigen sieht der Plan eine Unterführung zu den Gleisen 2 und 3 vor. Zudem ist der Einbau zweier Aufzugschächte vorgesehen. Allerdings nur der Schächte ohne Inhalt - die Fahrstühle spart sich die Bahn angesichts der Fahrgastzahl von deutlich weniger als 1000 pro Tag. Würde diese Schwelle überschritten, wäre die Bahn verpflichtet, die Zugänge zu alle Gleisen barrierefrei zu gestalten. "Das bedeutet, dass wir abgesehen vom Bahnsteig 1 keinen behindertengerechten Zugang erhalten", stellt der Bürgermeister bedauernd fest. Doch genau diese Barrierefreiheit habe sich die Gemeinde erhofft. Zumal bereits etwa 17 Prozent der 2500 Einwohner Beimerstettens 65 Jahre und älter sind. Haas: "Für jemanden, der nicht gut zu Fuß ist, wäre ein Lift schon ein Vorteil."

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