Beimerstetten Beimerstetten packt zweites Großvorhaben an

Das Richtfest mit Baustellenbesichtigung hat gestern viele Beimerstetter zum neuen Kinderhaus gelockt.
Das Richtfest mit Baustellenbesichtigung hat gestern viele Beimerstetter zum neuen Kinderhaus gelockt. © Foto: Klaus Müller
KLAUS MÜLLER 07.02.2015
Im zweiten Jahr in Folge hat sich die Gemeinde Beimerstetten ein stolzes Investitionsprogramm vorgenommen. Größtes Vorhaben ist das neue Kinderhaus, dann soll die Sanierung des Rathauses folgen.

Einstimmig hat der Beimerstetter Gemeinderat den Haushaltsplan als Satzung beschlossen. Das von Kämmerin Stefanie Heidenreich präsentierte Zahlenwerk weist erneut einen stattlichen Vermögensteil zur Finanzierung der Investitionen aus. Nach 3,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr sind es diesmal knapp 2,6 Millionen. Allein 1,2 Millionen Euro sind als zweite Rate für das neue Kinderhaus eingeplant, das insgesamt 2,35 Millionen kostet. Für die Gestaltung des Vorplatzes dort sind 150.000 Euro vorgesehen.

Ein weiteres Großvorhaben ist die geplante Sanierung des Rathauses. Insgesamt 1,8 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, davon 400.000 Euro in diesem Jahr. Begonnen wird allerdings nur, wenn die beantragten Zuschüsse (345.000 Euro) fließen. Die Gemeinde hofft auf Mittel aus dem Landessanierungsprogramm und dem Ausgleichstock. Das aus dem Jahr 1887 stammende Gebäude soll nicht nur modernisiert und energetisch auf Vordermann gebracht werden, auch ein Umbau ist geplant. Das Bürgerbüro wird vom ersten Stock ins Erdgeschoss verlegt und dann barrierefrei zugänglich sein.

Ferner sind 220.000 Euro für die Sanierung von Straßen und Gehwegen eingeplant, 140.000 Euro für die Instandsetzung von Abwasserleitungen und 100.000 Euro für den Umzug der Kindergärten "Lagune" und "Sonnenschein".

Zur Finanzierung des Vermögenshaushalts reichen die Zuführung vom Verwaltungshaushalt, Erlöse aus Grundstücksverkäufen und die erwähnten Zuschüsse allerdings nicht aus. Aus der allgemeinen Rücklage müssen deshalb 265.000 Euro entnommen werden, zudem ist eine Kreditaufnahme von 718.000 Euro geplant. Diese sei nicht zuletzt dadurch notwendig, weil die beiden Großprojekte - Kinderhaus und Rathaussanierung - innerhalb kurzer Zeit angegangen werden, sagte Bürgermeister Andreas Haas. Doch bei ansonsten strenger Ausgabendisziplin könne sich die Gemeinde das leisten: "In der Kinderbetreuung sind wir dann aber bestens aufgestellt, und die Substanz des Rathauses ist auf Jahre hinaus gesichert."

Davon, wie es mit dem Kinderhaus vorangeht, wollten sich gestern Nachmittag etwa 40 Bürger überzeugen. "Die Arbeiten schreiten gut voran und wir sind sowohl zeitlich als auch bei den Kosten voll im Plan", sagte Bürgermeister Haas während des Richtfests. Spatenstich war im Herbst, bis Jahresmitte dürfte der Neubau neben Lindenberghalle und Grundschule bezugsfertig sein. Im Kinderhaus, das vom Gemeindekindergarten "Sonnenschein" genutzt wird, ist Platz für vier Gruppen, zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen. Das bisherige "Sonnenschein"-Gebäude wird nach dem Umzug vom Kindergarten "Lagune" der evangelischen Kirchengemeinde genutzt.

Nach dem Rundgang durch den Rohbau, in dem gerade Türen und Fenster eingebaut werden, verkündete Zimmererpolier Benjamin Hanusch den Richtspruch. Architekt Hans-Werner Götz erläuterte den Gästen das Raumprogramm und die Kinder vom Kindergarten "Sonnenschein" sangen: "Ist das nicht schick, ist das nicht schön, das hat das Dorf noch nicht geseh'n."

Haushalt 2015 in Zahlen

Gesamtvolumen: 8,1 Millionen Euro (Vorjahr: 9 Millionen)

Verwaltungshaushalt: 5,56 Millionen Euro (5,68 Millionen)

Vermögenshaushalt: 2,54 Millionen Euro (3,37 Millionen)

Zuführungsrate: 529 000 Euro (854 000)

Steuern und Zuweisungen: 3,36 Millionen Euro (3,49 Millionen)

Schulden: 1,6 Millionen Euro (890 000)

Einwohner: 2532 (2514)