Ehingen Behördengang mit Folgen

Ehingen / SWP 20.02.2013
Eine Frau verletzte sich nach dem Besuch des Landratsamtes in Ehingen. Vor Gericht musste geklärt werden, ob das Landratsamt verantwortlich ist.

Dass ein Besuch im Ehinger Landratsamt so ausgehen würde, hat sich die Frau, die am Montag vor dem Ehinger Amtsgericht als Klägerin auftrat, so wohl nicht vorgestellt. "Ich habe das Auto von meinem Mann angemeldet", sagte die Betroffene. Nachdem sie die Behörde verlassen hatte, sei sie den Durchgang am Ritterhaus Richtung Parkhaus entlang gelaufen. An dieser Stelle ist ein zweiflügeliges Tor angebracht, das mit Hilfe eines Hakens geschlossen wurde. Der Eisenanker befand sich in der Mitte des Durchgangs und sei rund sechs Zentimeter hoch gewesen. Über ihn ist die Frau gestolpert und habe sich im Gesicht verletzt. "Die Brille hat"s mir ins Auge reingedrückt", sagte sie. Dabei habe sie sich eine Platzwunde im Gesicht zugezogen.

Die Vertreterin des Landratsamtes erklärte, dass das Tor am Durchgang angebracht wurde, weil am Ritterhaus Lawinengefahr bestehe. "Deshalb haben wir es überhaupt dort." Im Sommer hingegen werde es eher selten geschlossen. Inzwischen ist der Anker, der sich im Übrigen "nicht besonders von der Umgebung unterschied", wie Amtsgerichtsdirektorin Julia Böllert anhand eines Fotos feststellte, abgesenkt worden.

Vor Gericht ging es darum zu klären, inwieweit dem Landratsamt Alb-Donau-Kreis eine Verkehrspflichtverletzung anzulasten ist und inwieweit die Geschädigte mitschuldig ist. Böllert schlug eine Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 200 Euro an die Geschädigte vor. Der Verteidiger des Landratsamtes, Thomas Frei, sagte, dass die Versicherung dies ablehne. Das Urteil wird am 8. März verkündet.