Entwicklung Bauen auch ohne Bebauungsplan

Laichingen / sgk 15.06.2018

Der Gemeinderat hat mit 11 gegen 10 Stimmen denkbar knapp beschlossen, keinen Bebauungsplan für das Areal Karl-/Hindenburgstraße aufzustellen. Nötig wäre ein solcher Bebauungsplan auch nicht, nachdem das Landratsamt die Sicht der Stadt teilt, dass es sich bei dem betroffenen Gebiet um einen regulären Innenbereich handelt, wo Bauen jederzeit möglich ist. Ursprünglich war die Baubehörde davon ausgegangen, dass im Geltungsbereich ohne Bebauungsplan keine Bebauung möglich sei. Einen Entwurf hat die Stadt, wie berichtet, bereits im Gemeinderat vorgestellt, bis das Amt seine Meinung änderte und das Areal als bebaubar erklärte. Bis dahin hat die Stadt hierfür bereits 34 000 Euro investiert.

Baulinien ersetzen

Die Stadtverwaltung hätte dennoch gerne einen solchen Plan über den Bereich gestülpt, ihn offiziell zum Mischgebiet gemacht, veraltete Baulinien ersetzt und künftige Bauvorhaben mit zeitgemäßen Rahmenbedingungen geregelt. Ein solches Verfahren hätte nach Aussage von Amtsleiter Günter Hascher weitere Kosten von rund 20 000 Euro zur Folge. Das Geld wollten viele Räte lieber sparen.

Gerichtsprozesse?

Die LAB verwies darüber hinaus auf die mögliche Gefahr gerichtlicher Auseinandersetzungen in ferner Zukunft. Denn das bis jetzt schon von Gewerbe und Wohnen durchmischte Gebiet würde durch einen Bebauungsplan offiziell zum  Mischgebiet, für das die Regel gelte, ein Verhältnis von Gewerbe und Wohnen von etwa der Hälfte zu halten. Die LAB vermutet jedoch, dass manch altes, traditionelles Gewerbe im gewachsenen Gebiet zum Wohnen umgenutzt werden soll. Doch um die Waagschale Gewerbe/Wohnen nicht ins Ungleichgewicht zu bringen, könne es passieren, dass eine Umnutzung nicht genehmigt werden kann. „Die Folge können Gerichtsverfahren sein“, meinte Kurt Pöhler. Das bestätigte Hascher, merkte jedoch an, dass das Areal bereits jetzt „quasi Mischgebiet ist“ und jedes Mischgebiet diesem Problem ausgesetzt sein könne.

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