In seinem Beruf hat Steffen Anton hauptsächlich mit Zahlen zu tun. Doch seine freie Zeit gehört ganz dem geschriebenen Wort. Und dem Film. "Das war schon immer wichtig", erzählt der 35-Jährige. Er lebt mit seiner Frau in Dietenheim. Aufgewachsen ist er in der Region Eichsfeld in Thüringen. In einem, wie er selbst sagt, "kleinen gallischen Dorf". Denn sein Heimatort war, entgegen dem großen Rest von Ostdeutschland, katholisch. Eines war aber genauso wie im restlichen Osten: West-Fernsehen war verboten. Trotzdem versteckte sich unter dem Hausdach von Familie Anton eine nach Westen ausgerichtete Antenne. Und so kam der junge Steffen mit Bud Spencer, Spartacus und dem Planet der Affen in Kontakt.

Bis heute ist Anton ein leidenschaftlicher Kinogänger. Doch er schreibt auch leidenschaftlich gern. Deshalb hat er beides kombiniert und mittlerweile zwei Bücher mit Filmkritiken veröffentlicht. "Ich wollte schon immer ein eigenes Buch in der Hand halten. Als dann endlich der Karton ankam, das war schon ein ganz besonderes Gefühl." Im Januar erschien Antons viertes Buch. In diesem geht es allerdings nicht um Filme, sondern um seine zweite USA-Reise. Zusammen mit seiner Frau besuchte er im Südwesten bekannte und weniger bekannte Filmschauplätze. "Die Reise hat mich sehr beeindruckt. Ich wollte die Erinnerungen festhalten." Zwischen Steffen Anton und der großen Welt des Films gibt es noch eine weitere Verbindung. Auch wenn diese rein zufällig ist. Denn Anton sieht aus wie der amerikanische Schauspieler Neil Patrick Harris. Dieser dürfte vor allem Jüngeren ein Begriff sein: In seiner Rolle als Barney Stinson aus der Erfolgsserie "How I met your Mother".

2009, als die Serie in Deutschland anlief, kannte Anton sie gar nicht. Ein Kollege sprach ihn eines Tages auf die Ähnlichkeit mit Neil Patrick Harris an. Mittlerweile ist Anton bei Deutschlands größter Doppelgängeragentur unter Vertrag. Und kann ganz offiziell als Doppelgänger von Harris gebucht werden. Er hat sich sogar die Haarspitzen blondieren lassen und typische Gesten des Schauspieler geübt.

Besonders von Jugendlichen werde er erkannt. Die wenigsten sprechen ihn jedoch an: "Meistens wird getuschelt", sagt Anton lachend. Als Doppelgänger war er schon an der ein oder anderen "coolen Aktion" beteiligt. Zum Beispiel bei einer gestellten Filmpremiere in einem Kölner Kino. Dort fuhr er ganz standesgemäß mit Limousine vor und schritt über den roten Teppich. Neil Patrick Harris hat er persönlich noch nicht getroffen. Aber ein Treffen steht natürlich ganz oben auf seiner Wunschliste.