Geld Bank setzt auf Beratung via Chat

Langenau / Regina Frank 09.06.2018

Die Filialen der VR-Bank Langenau-Ulmer Alb stehen auch künftig auf dem Prüfstand. Der Vorstand beobachtet die Frequenz der verbliebenen 13 Geschäftsstellen in regelmäßigen Abständen. 2018 steht aber keine Schließung an, versichert Vorstandssprecher Wolfgang Hirmer.

„Die Kosten sind immens hoch“, sagt er. Und auf der Ertragsseite ist bekanntlich die ganze Branche aufgrund des Null-Zins-Problems unter Druck – im laufenden Jahr erwartet der Vorstand der VR-Bank erneut ein rückläufiges Zinsergebnis. Mittelfristig sieht sich die Bank somit gezwungen, die Betriebskosten noch stärker zu senken. Hirmer: „Wir brauchen Filialen nicht mehr in diesem Umfang.“ Der Vorstand setzt auf die Digitalisierung. Die Idee: das Service-Center in Langenau zu einem Multi-Kanal-Center auszubauen. Wo bislang einfache Beratungen via Telefon angeboten werden, soll dies von 2019 an auch per Internet-Chat möglich sein und 2020 zusätzlich über Video.

Schon in den nächsten Monaten werden Verwahrgebühren für Großanleger (ab 500 000 Euro) eingeführt. „Das betrifft wenige Einzelfälle“, sagt Vorstandsmitglied Sven-Oliver Velten. Namentlich: Kommunen. Hintergrund ist der Umstand, dass die Bank selbst für überschüssige Liquidität Strafzinsen bezahlt.

Mit dem zurückliegenden Geschäftsjahr ist der Vorstand trotz der Widrigkeiten zufrieden. In der Vertreterversammlung am Montag, 11. Juni, wird wieder eine Dividende von 3,5 Prozent vorgeschlagen.

Geschäftsjahr 2017 in Zahlen

Bilanzsumme 669 Mio. (Vorjahr 635)
Betriebsergebnis 6,2 Mio. (5,3)
Einlagen 519 Mio. (488)
Kredite  366 Mio. (353)
Mitarbeiter 121 (125)
Mitglieder 16 670 (16 779)
Geschäftsstellen 13 (13)

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