Innenstadtentwicklung Bank investiert Millionen in Erbach

Der Bankenvorstand mit Peter Seibel, Jost Grimm, Gerhard Deuringer und Berater Hans-Peter Hirling (re.) sowie dem  Erbacher Bürgermeister Achim Gaus (Mitte) auf dem Messerschmidt-Gelände: Dort soll der Bankenneubau entstehen.
Der Bankenvorstand mit Peter Seibel, Jost Grimm, Gerhard Deuringer und Berater Hans-Peter Hirling (re.) sowie dem Erbacher Bürgermeister Achim Gaus (Mitte) auf dem Messerschmidt-Gelände: Dort soll der Bankenneubau entstehen. © Foto: Petra Laible
Erbach / Petra Laible 31.07.2018
Erbach erhält ein völlig neues Gesicht: Die Donau-Iller-Bank wird vier Areale beim Rathaus bebauen.

Bevor die Spekulationen überhandnehmen, haben Donau-Iller-Bank und Stadt Erbach am Dienstag eine Pressekonferenz abgehalten. „Wir merken, dass in Erbach viel diskutiert wird“, sagte Jost Grimm vom Vorstand der Bank. Gerüchte, ob überhaupt etwas gehe, wer dahinter steckt… „Es fällt auf, wenn wir in Anzügen die Erlenbachstraße auf- und abgehen.“

Die Bank wird auf vier Arealen viele Millionen in die Erbacher Innenstadt investieren. Eine Summe wollte der Vorstand noch nicht nennen. „Wir bewegen uns in der Größenordnung von 6000 Quadratmetern“, erklärte Bürgermeister Achim Gaus.

Grunderwerb bereits fortgeschritten

Alle vier Bereiche liegen in der Erlenbachstraße rund ums Rathaus. Das benachbarte Messerschmidt-Areal, auf dem eine neue Geschäftsstelle und Wohnungen gebaut werden sollen, gehört bereits der Bank, ebenso das Häußler-Areal weiter unten. Der Grunderwerb für die Areale Schwer und Schuler sowie Laupheimer sei fortgeschritten.

Der mühsamen Aufgabe, mit den Grundstückseigentümern zu verhandeln, hat sich der frühere Bankenvorstand Hans-Peter Hirling als Berater angenommen, der in Erbach lebt. Viele, viele Gespräche hat er seit Dezember 2017  geführt, nun steht er vor dem Abschluss. „Wir sind guten Mutes, alle signalisieren Bereitschaft.“

Mischung aus klassischem Wohnungsbau und Gewerbe

Die Bank setzt bei der Bebauung auf eine Mischung aus Wohnungen und Gewerbe. „Wir investieren nicht in Luxusbauten, Senioren- oder Studentenappartments“, erklärt Grimm, sondern in „klassischen Wohnungsbau“ mit Einheiten zwischen 60 und 100 Quadratmetern. Von gewerblicher Seite gebe es Zuspruch, ein Metzger habe Interesse bekundet, auch die Betreiber einer Gastronomie. „Erbach erhält ein neues Gesicht“, kündigte Hirling an. Bürgermeister Gaus verwies auf das Rampf-Areal in der Erlenbachstraße, das ebenfalls neu bebaut wird. „Das war schon ein Meilenstein“. Deutlich größer sei, was nun auf die Stadt zukomme: „Was ist die Steigerung von Meilenstein?“

Erbach als „Tor nach Ulm“

Als erstes soll die neue „hochmoderne“ Geschäftsstelle angegangen werden, eine „regionale Hauptstelle“ mit allen Dienstleistungen, kündigte Grimm an – und Parkplätze. Gedacht ist an den Bau einer Tiefgarage. Das Bankgebäude werden die Architekten Braunger & Wörtz entwerfen, die auch schon den Hauptsitz in Ehingen gebaut haben. Erbach sei aus Sicht der Bank „als Tor nach Ulm“ ein wichtiger Standort.

Auch an der bisherigen Geschäftsstelle in der Erlenbachstraße gibt es schon Interesse – von Seiten der Stadt. Denkbar ist eine Nutzung, wenn das in die Jahre gekommene Rathaus saniert wird. „Dafür brauchen wir eine Übergangslösung“, sagte Gaus.

Gaus: „Wir wollen keine Ulmer Verhältnisse“

Als erstes wird nun ein Bebauungsplan aufgestellt, das Verfahren wird in der Sitzung des Technischen Ausschusses Ende September angestoßen. Angepeilt wird der Satzungsbeschluss für Frühjahr 2019. Die Bebauungspläne werden parallel verfolgt, sagte Hirling. Umgesetzt werde, was machbar ist. Aber nicht gleichzeitig: Da es in der Erlenbachstraße eng hergeht, würden die Baustellen nacheinander eingerichtet, sagte Gaus. „Wir wollen ja keine Ulmer Verhältnisse.“

Wohnungen und Läden auch auf dem Rampf-Areal

Innenstadt Um die Entwicklung der Innenstadt voranzutreiben, hat Erbach die Imakomm Akademie (Aalen) beauftragt, ein Einzelhandelskonzept zu erarbeiten. 2012 begann die „Innenstadtoffensive“. Fachgremien und Bürgerwerkstätten erarbeiteten Vorschläge, ein städtebaulicher Wettbewerb wurde ausgeschrieben, ein Verkehrskonzept und ein Lärmaktionsplan erstellt. 2014 wurde die Stadt ins Landes-Förderprogramm aufgenommen.

Rampf-Areal Eine Chance bot sich der Stadt, als 2015 die Nachkommen von Franz Rampf das zentral gelegene Grundstück in der Erlenbachstraße zum Kauf anboten. Erbach erwarb das Areal und rief einen Investorenwettbewerb aus. Den Zuschlag erhielt die Öpfinger Firma Gapp, geplant sind Geschäfte und Wohnungen.

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