An dem Projekt wurde lange gearbeitet, mehr als zweieinhalb Jahre laufen die Vorbereitungen. Dieser Tage ist Endspurt: Am kommenden Montag, mit dem Beginn des neuen Schuljahres, wird die Freie Realschule Altheim/Alb den Schulbetrieb mit 40 Schülern in zwei fünften Klassen aufnehmen. Jahr um Jahr soll sich die Schule in freier Trägerschaft dann füllen. Die Schüler können dort sowohl den Realschul- wie auch den Hauptschulabschluss machen. Unterrichtet werden sie von vier Lehrern, die sich 3,5 Stellen teilen. In den nächsten zwei Jahren stoßen zwei weitere Pädagogen zum Kollegium hinzu.

„Die Schüler kommen aus Altheim und dem weiteren Umkreis, von Herbrechtingen und Gerstetten, von Weidenstetten, Ballendorf und Lonsee“, sagte Bürgermeister Andreas Koptisch auf Anfrage. Er hat das Projekt der freien Schule Anfang 2014 auf den Weg gebracht. Nachdem die Altheimer Werkrealschule zum Schuljahr 2014/15 mangels Schüler geschlossen wurde, wollten sich Gemeinderat und der Bürgermeister nicht damit abfinden, dass Altheim nach 480 Jahren keine Schule mehr im Ort haben sollte.

In Zusammenarbeit mit fünf Pädagogen, die früher alle an der Bibrisschule in Herbrechtingen (Kreis Heidenheim) unterrichtet haben, wurde ein Konzept für die Schule erarbeitet, deren Träger der Schulverein ist. Unter Schulleiterin Anja Österreicher werden die Lehrer das so genannte Powersport-Konzept umsetzen: Jeder Schultag beginnt um 7.45 Uhr mit Sport, Nachmittagsunterricht gibt es nicht. Um die Schüler besser zu fördern, werden in Deutsch, Mathematik und Englisch immer zwei Lehrer in der Klasse sein.

Für die Schüler, die am Montag kommen, beträgt das Schulgeld zunächst 100 Euro im Monat. Die übrigen Kosten für den Aufbau des Schulbetriebs muss der Schulverein über einen Kredit finanzieren, auch Sponsoren stehen bereit. Damit am ersten Schultag – um 17 Uhr werden die 40 frischgebackenen Fünftklässler mit einer Einschulungsfeier begrüßt – alles fertig ist, wird derzeit noch auf Hochtouren im Schulhaus gearbeitet. Vom Fortschritt dieser Arbeiten überzeugte sich der Altheimer Gemeinderat bei einem Vorort-Termin am Montag. Einhelliger Tenor: Es hat sich viel getan an der Langen Straße. In der Tat ist im Gebäude Nummer 18, in dem vorwiegend die allgemeinen Unterrichtsräume untergebracht sind, sowie im Haus Nummer 20 mit den Fachräumen viel geschehen. Vor allem um die Auflagen für den Brandschutz zu erfüllen, musste nachgearbeitet werden: Es gibt nun zahlreiche neue, rote Brandschutztüren und Brandmelder. Die augenfälligste Änderung ist an der Fassade: Dort musste aus feuerpolizeilichen Gründen eine stählerne Fluchttreppe angebaut werden. Zudem wurden unzählige Meter neuer Leitungen verlegt. Überall neue Technik, vom WLAN bis zum Nahbereichs-Beamer im Computerraum und zur neuen LED-Beleuchtung. Koptisch: „Die abgehängten Decken brachten einen enormen zeitlichen Vorteil.“ Erfreulich auch, dass die Kosten für die Sanierung des Schulhauses deutlich unter den veranschlagten 750 000 Euro bleiben werden. Wie viel eingespart wurde, konnte der Bürgermeister allerdings noch nicht sagen.

Überall im Haus wuseln in dieser Woche noch fleißige Helfer umher, es wird an allen Ecken und Enden geputzt und geschrubbt, damit nach dem Wochenende alles bereit ist. Und wie Bürgermeister Koptisch ankündigt, gibt es auch für die Bürger bald Gelegenheit, die Schule zu besichtigen: Ein „Tag der offenen Tür“ sei fest geplant.