Bahnhalt Bahnhalt Merklingen: "Es hat sich gelohnt, dicke Bretter zu bohren"

Merklingen / jos, hn 01.10.2015
Freude auf der Laichinger Alb, Skepsis in Amstetten: Einige Reaktionen auf die angekündigte Finanzierungslösung des Bahnhalts bei Merklingen.

„Das ist ja spitze“, sagt der Laichinger Heinz Surek über die Nachricht aus Stuttgart, dass der Bahnhalt in Merklingen bald kommen könnte. Der frühere SPD-Kreisrat hatte im Jahr 2013 den Bahnhalt wieder auf die Tagesordnung gebracht. Nachdem die Verantwortlichen vor Ort „die Sache verschlafen hatten“. Surek schrieb damals an Abgeordnete und Minister und rief im Kreistag dazu auf, Anstrengungen für den Bahnhalt auf der Laichinger Alb zu unternehmen. „Es hat sich gelohnt, dicke Bretter zu bohren“, meint er, will seinen eigenen Beitrag allerdings nicht zu hoch bewerten. „Wenn es einen Vater des Erfolgs gibt, ist es der Verkehrsminister.“ Surek verweist auch auf ein Schreiben der Laichinger SPD an Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD), in dem dieser aufgefordert wird, den Bahnhalt zu unterstützen.

„Ich freue mich über jede Lösungsmöglichkeit, die das Verkehrsministerium findet“, sagt der Merklinger Bürgermeister Sven Kneipp. Ob mit der aktualisierten Nutzen-Kosten-Untersuchung tatsächlich der Durchbruch gelungen sei, könne er nicht beurteilen. Immerhin sei eine erste wichtige Hürde genommen: die rechtlich abgesicherte Fördermöglichkeit. Zur neuen Idee, gebrauchte modernisierte Fernverkehrszüge einzusetzen, meint Kneipp: „Es war für uns immer fraglich, warum für 30 Millionen Euro schnellere Züge angeschafft werden sollen.“ Nun müsse das Land rasch die Finanzierung auf die Beine stellen. „Diese Baustelle muss mit einer klaren Aussage abgeschlossen werden.“ Die Kommunen ihrerseits hätten alles in ihrer Macht stehende getan.

Kneipps Laichinger Kollege Klaus Kaufmann meint, dass 9,5 Millionen Euro für das Land kein Problem sein dürften, „wenn wir als kleine Kommunen 13 Millionen rausgeschüttelt haben – aus dem laufenden Betrieb“. Ein Bahnhalt sei für die Laichinger Alb und das umliegende Gebiet ein wichtiger Schritt in die Zukunft: „Es wird attraktiver, sich hier niederzulassen und hier zu leben.“

„Ich freue mich. Das ist eine gute Anlage für die Zukunft unserer Bürger – vor allem der jüngeren“, betont der Nellinger Bürgermeister Franko Kopp. Da der Individualverkehr schon in naher Zukunft spürbar teurer werde, sei es „ein Gebot der Stunde, dass der Bahnhalt kommt“. Kopp ist überzeugt, dass nicht nur Nellingen und Merklingen als direkte Anliegergemeinden, sondern „die gesamte Region von diesem Bahnhof profitieren wird“.

Der Amstetter Bürgermeister Jochen Grothe hofft, dass die Entscheidung pro Bahnhalt keine nachteiligen Folgen für seine Gemeinde hat. Denn: „Schon jetzt steht die Streichung des Regionalexpresshaltes in Amstetten fest. So bleibt vielen Bahnnutzern bald nur noch Geislingen als Umsteigestation erhalten.“ Weitere Verschlechterungen auf der Filstallinie hätten dann wieder Auswirkungen auf Amstetten. Für eine schnellere Verbindung in die Ballungsgebiete des Landes sei der neue Bahnhalt sicher vorteilhaft. Aber: „Nicht jeder, der mit der Bahn fährt, muss nach Stuttgart oder darüber hinaus.“

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