Hohenstadt Bahn feiert den Durchschlag: Licht im Steinbühltunnel

Vor gut zwei Jahren ist mit dem Bau des Steinbühltunnels begonnen worden. In dieser Zeit haben die Mineure zwei jeweils etwa 4,8 Kilometer lange Röhren ins Kalkgestein gesprengt. Unser Bild zeigt das Portal Hohenstadt gleich neben der A 8.
Vor gut zwei Jahren ist mit dem Bau des Steinbühltunnels begonnen worden. In dieser Zeit haben die Mineure zwei jeweils etwa 4,8 Kilometer lange Röhren ins Kalkgestein gesprengt. Unser Bild zeigt das Portal Hohenstadt gleich neben der A 8. © Foto: Manfred Bomm
Hohenstadt / RALF HEISELE 06.11.2015
Schneller als gedacht haben die Mineure im Steinbühltunnel gesprengt und gefräst. Nach nur 27 Monaten Bauzeit feiert die Bahn mit Politik-Prominenz den Durchstich am zweitlängsten Tunnel der ICE-Neubaustrecke.
Die Mineure waren die ersten, die am 21. September das Licht am Ende des Steinbühltunnels erblickten. Nach 4847 Metern quer durch den Kalkstein der Schwäbischen Alb und über zwei Jahren Bauzeit schauten sie durch ein kleines Loch oberhalb von Mühlhausen ins Filstal. Was damals schnell mit einer Plane verdeckt wurde, wird am Freitag groß gefeiert.

Zur Durchschlagsfeier am drittlängsten Tunnel der Schnellbahntrasse zwischen Wendlingen und Ulm nehmen unter anderem der baden-württembergische Finanzminister Nils Schmid (SPD), der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Norbert Barthle (CDU), und der Hohenstadter Bürgermeister Günter Riebort teil. Nach Grußworten auf der Baustelle an der Hohenstadter Seite des Tunnels, nehmen die drei zusammen mit dem Geschäftsführer des Bahnprojekts, Manfred Leger, den offiziellen Durchschlag vor. Dieser ist für 15 Uhr geplant und findet weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Aus Sicherheitsgründen dürfen nur ein Fotograf und zwei Kamerateams die Politprominenz mit ans andere Tunnelende begleiten. Der symbolische Akt kann per Live-Stream im Internet mitverfolgt werden (www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de). Um spektakuläre Bilder von außen zu bekommen, setzt die Bahn im steilen und unwegsamen Gelände am Abhang eine kleine Flugdrohne mit Kamera ein.

Mit dem Durchbruch am Steinbühltunnel liegen die Mineure deutlich vor dem Terminplan. Ursprünglich wurde erst im kommenden Frühjahr damit gerechnet. Auf der gegenüberliegenden Seite des Filstals ist man noch lange nicht soweit: Dort wird erst seit April am Boßlertunnel gearbeitet. Im Gegensatz zum Steinbühltunnel, der nach herkömmlicher Art gesprengt und gefräst wurde, setzt man Albaufstiegstunnel von Aichelberg kommend auf die unbändige Kraft von „Käthchen“. So wird die 120 Meter lange und 2500 Tonnen schwere Vortriebsmaschine genannt, die sich mit ihrem 11,40 Meter hohen Schneidrad täglich bis zu 30 Meter in den Boßler frisst. Rund 3000 der 8806 Tunnelmeter hat Käthchen bislang geschafft. Beide Tunnels werden schließlich mit einer 485 Meter langen und bis zu 85 Meter hohen Brücke über dem Filstal verbunden.

Wer gerne einen Blick auf das Bahnprojekt werfen möchte, hat morgen, Samstag, beim „Tag der offenen Baustelle“ Gelegenheit dazu. Bei einem Rundgang können die Besucher ein paar Meter in den Steinbühltunnels hinein sowie Maschinen und Baustellenfahrzeuge besichtigen. Ingenieure und Arbeiter stehen für Fragen zur Verfügung und erläutern in die Bautechnik. Auch das Info-Mobil, die mobile Ausstellung des Bahnprojekts, wird mit allgemeinen Informationen über die den Bau der Schnellbahntrasse vor Ort sein.

 

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Offene Baustelle
Die Tunnelbaustelle am Portal Hohenstadt kann am morgigen Samstag von 10 Uhr bis 16 Uhr besichtigt werden. Aufgrund der guten Wettervorhersage rechnen die Verantwortlichen der Bahn mit mehreren tausend Besuchern.

Anreise
Eine eigene Anreise mit dem Auto zur Baustelle bei Hohenstadt ist nicht möglich. Deshalb richtet der Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm einen Busshuttle zur Baustelle ein. Die Busse verkehren zwischen 10 und 16 Uhr auf zwei Routen.

Route 1
Flugplatz Laichingen–Baustelle–Flugplatz Laichingen (15-Minuten-Takt).

Route 2
Zentraler Omnibusbahnhof Ulm (Steig 9)– Baustelle–ZOB Ulm (20-Minuten-Takt). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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