Ein Batteriezug als Lösung für kürzere, nicht-elektrifizierte Strecken. Korbinian Fleischer ist davon nicht ganz überzeugt. „Ich wüsste nicht, wo die RAB den Zug einsetzen sollte“, sagt der Fachjournalist für Eisenbahnmagazine und Mitglied der Ulmer Eisenbahnfreunde. Für kurze Strecken, die ohnehin elektrifiziert werden sollen, lohne es sich für das Unternehmen nicht, zunächst einen Akkuzug anzuschaffen. Auf längeren Strecken wie ins Allgäu fehle die Oberleitung ganz – und damit die Lademöglichkeit.

Die Brenzbahn, die von 2025 an elektrifiziert werden soll, zieht Fleischer, der bei Geislingen an der Steige lebt, als Einsatzgebiet für den Batteriezug in Betracht. Doch ausgerechnet diese Strecke hat die RAB an die Hohenzollerische Landesbahn (HzL) verloren, die dort von Juni 2019 an fährt.

Fahrgäste merken keinen Unterschied

Fleischer ist schon mit dem „Talent 3“ mitgefahren, auf der Messe Innotrans und auf dem Testgelände von Bombardier. Seine Aufregung halte sich in Grenzen, sagt er. Der Zug sei ein Elektrotriebwagen, nur eben mit Batterien: „Die Fahrgäste merken keinen Unterschied.“

Batteriezüge – damals Akkumulatortriebwagen – seien außerdem schon zwischen den 50er- und den 90er-Jahren von der Bahn eingesetzt worden, beispielsweise im Augsburger Raum. Auf diese Geschichte verweist auch die RAB in einer Mitteilung.

Die Technik des heutigen Batteriezugs findet Fleischer interessant und die Emissionsfreiheit – vorausgesetzt, es werde Ökostrom zum Aufladen verwendet – „durchaus sehr CO2-freundlich“. Doch die viel größere Innovation sei ein Wasserstoffzug, den der französische Hersteller Alstom seit knapp zwei Wochen in Niedersachsen testet.

Die Wartung des Testzugs macht Fleischer ebenfalls Sorgen. Die Werkstatt sei „gnadenlos überfordert“: „Man fragt sich als Fahrgast schon, ob ausgerechnet die RAB diese Innovation testen muss, oder ob es nicht andere Probleme zu klären gäbe – zum Beispiel Zugausfälle, wie jüngst am Aktionstag.“

Stefan Buhl, baden-württembergischer Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn, findet Batteriezüge als Übergangstechnik „durchaus sinnvoll“. Auch den Einsatz des Prototyps in der Region schätzt er als unproblematisch für Fahrgäste ein – wenn es gut läuft. Aber: „Testzug heißt eben, dass getestet wird.“ 

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