Südbahn Bahn bessert ihren Ersatzfahrplan nach

Alb-Donau-Kreis / Von Franz Glogger 04.07.2018

Für die Elektrifizierung der Südbahn wird der Abschnitt zwischen Ulm und Laupheim-West vom 10. September bis 21. Dezember komplett gesperrt. Während dieser Zeit übernehmen Busse den Transport der Fahrgäste. Allerdings hatte die Deutsche Bahn den Fahrplan des so genannten Schienenersatzverkehrs wohl „im Alleingang“ erstellt, wie Markus Möller, Erster Landesbeamter im Landratsamt Alb-Donau, im Verwaltungsausschuss des Kreistags bereits vor Wochen kritisch anmerkte. Die Landkreise, Kommunen und Busunternehmen hätten zwar ihre Mitarbeit angeboten, seien aber nicht gefragt worden. Möllers Fazit: „Man hätte es besser machen können.“

Der Unmut im Landratsamt und in den Rathäusern scheint in Stuttgart angekommen zu sein. Die Landesregierung habe die Bahn beauftragt, neue Fahrpläne zu erstellen, teilte Landrat Heiner Scheffold am vergangenen Montag im Verwaltungsausschuss mit. Die Änderungen entsprächen „in den wesentlichen Punkten“ den Vorschlägen aus dem Alb-Donau-Kreis, ergänzte Florian Weixler, Nahverkehrsexperte im Landratsamt.

Anschluss nicht verpassen

Ein Beispiel sei die nun aufgenommene Andienung des zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) in Erbach. Dieser werde in der Zeit der Sperrung der Bahnstrecke zum Hauptumsteigepunkt zwischen Ehingen, Laupheim und Ulm. Die Bahn hatte demgegenüber beabsichtigt, den Ersatzverkehr über die Haltestelle in der Heinrich-Hammer-Straße abzuwickeln. Von dort gibt es zwar einen Fußweg zum ZOB. Weixler kann sich aber nicht vorstellen, wie auf der wegen der Einkaufsmärkte stark befahrenen Straße der Bus- und Fußgängerverkehr funktioniert hätte. Zudem wäre es schwierig gewesen, Ortsfremden die Orientierung so zu erleichtern, dass sie den Anschluss an die nächste Linie nicht verpassen. „Da musste man befürchten, dass jemand auf dem Weg verloren geht“, sagte Weixler. Die jetzigen Pläne müssten noch im Detail mit den Busunternehmen abgestimmt werden, aber in Summe „bleiben die bisherigen Strukturen im Großen und Ganzen erhalten“.

Der Erbacher Bürgermeister Achim Gaus, Mitglied der CDU-Kreistagsfraktion, bedankte sich bei der Kreisverwaltung für den Einsatz. Dennoch befürchtet er Engpässe: Während der  Hauptverkehrszeiten könnte es schwierig werden, ausreichend Busse zur Verfügung zu stellen. Gaus forderte die Kreisverwaltung deshalb auf, den Schienenersatzverkehr von Beginn an „kritisch im Auge zu behalten“.

Weixler bestätigte die Befürchtung des Bürgermeisters. Am deutlichsten werde das beim Schülerverkehr am Morgen. Was bislang kaum mit Zügen zu schaffen sei, bedeute für den Ersatz mit Bussen „sehr, sehr enge Kapazitäten.“ Die DB Regio habe zugesagt, bei Bedarf weitere Busse bereitzustellen. Bei allen Fahrplan-Nachbesserungen blieben aber die nicht zu ändernden längeren Fahrzeiten eines Busses, sagte Weixler. Die Fahrgäste müssten doppelt so viel Zeit einkalkulieren, im Berufsverkehr bis zu dreimal so viel.

Landrat Scheffold erkannte ebenfalls die „nutzerfreundliche“ Neuplanung an: „Es darf ja nicht passieren, dass Leute ganz auf das Auto umsteigen und dauerhaft vergrault werden.“

Haltestellen am Ulmer Bahnhofssteg

Nahverkehr Für die Busse des Schienenersatzverkehrs wird an der Schillerstraße in Ulm eine Mini-ZOB eingerichtet. Dieser entsteht zwischen dem jetzigen ZOB-West und dem Bahnhofssteg.

Fernverkehr Die Ersatzbusse für Reisende auf der Südbahn, die nicht nach Ulm wollen, verkehren auf der Bundesstraße 30 zwischen Laupheim West und dem Zentralen Umsteigepunkt am Bahnhof in Neu-Ulm. Dort werden auch die Regionalzüge aus Stuttgart halten, beziehungsweise nach Stuttgart abfahren.

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