Umwelt Bäume für einen gesunden Lebensraum

Goldparmäne, Albecker Birne oder Hauszwetschge: Bauplatzkäufer und Eltern dürfen sich in Merklingen einen Baum aussuchen. Manche pflanzten ihr Exemplar am Samstag auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins.
Goldparmäne, Albecker Birne oder Hauszwetschge: Bauplatzkäufer und Eltern dürfen sich in Merklingen einen Baum aussuchen. Manche pflanzten ihr Exemplar am Samstag auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins. © Foto: Joachim Lenk
Joachim Lenk 16.10.2017
Im ersten Jahr hat Merklingen 34 Bäume im Rahmen der Aktion Jungbaumpflanzung herausgegeben. Jetzt war Pflanztag.

Alle, die in Merklingen einen Bauplatz kaufen, erhalten seit einem Jahr einen Gutschein für eine Jungpflanze vom örtlichen Obst- und Gartenbauverein geschenkt. Ebenso die Mütter, die ein Kind zur Welt bringen. „Um ein Zeichen für eine erhaltenswerte Umwelt zu setzen“, begründet Vorsitzender Werner Reule diese nachahmenswerte Aktion, die von der Gemeinde, der Volksbank Laichinger Alb und von Burkhardt Fruchtsäfte finanziell unterstützt wird.

Am Samstagmorgen war es nun soweit. Die Beschenkten durften ihre Bäume abholen. Sie konnten zwischen Apfel-, Birnen, Zwetschgen- und Pflaumenbäumen wählen. Reule erinnerte daran, dass früher in Merklingen gut 700 Obstbäume standen. „Heute leider nur noch ein kleiner Teil davon“, fügte er hinzu. Deshalb sei er froh, dass jetzt wieder neue gepflanzt werden.

Der frühere Merklinger Bürgermeister Günter Stolz schaute in seiner Funktion als Vorsitzender des Kreisverbandes der Obst- und Gartenbauvereine im Alb-Donau-Kreis und der Stadt Ulm vorbei. „Bäume sind ein prägendes Ortselement und verantwortlich für einen gesunden Lebensraum“, sagte er in seinem Grußwort. Außerdem seien sie wichtig für jede Menge Insekten und Kleintiere, sagte Stolz, der auch Vizepräsident des Landesverbandes für Obstbau, Garten und Landwirtschaft Baden-Württemberg ist.

Diejenigen Neubürger, die in ihrem Garten keinen Platz für einen Gratisbaum haben, gehen in Merklingen dennoch nicht leer aus. Sie dürfen ihren Jungbaum auf der Obstwiese des Obst- und Gartenbauvereins pflanzen, die südöstlich von Merklingen liegt.

Der sechsjährige Henrik Schmidt pflanzte vorgestern für seinen vor ein paar Monaten geborenen Bruder Marius unter Anleitung von Vater Martin einen Boskop-Baum. Drumherum herrschte ebenfalls emsiges Treiben. Zahlreiche Bäume wurden in die vorbereiteten Löcher gesteckt, das Wurzelwerk mit Erde zugeschüttet und kräftig gewässert, der Stamm an einem Holzpfosten befestigt.

Bürgermeister Sven Kneipp, der diese Aktion mit initiiert hatte, informierte, dass heuer die ersten 34 Bäume verschenkt wurden. 21 an Bauherren und 13 an Eltern, die sich über Nachwuchs gefreut haben. Darunter auch Pfarrer Cornelius Küttner, der vergangenes Jahr zum zweiten Mal Vater einer Tochter geworden ist.   

Kneipp zeigte sich zuversichtlich, dass diese Pflanzaktion nicht die letzte gewesen sei. Man werde sich im kommenden Jahr bestimmt wieder an Ort und Stelle treffen, um neue Jungbäume zu pflanzen. Termine sind Ende März/Anfang April sowie Ende September/Anfang Oktober.

Übrigens: In der Gemeinde sind Bäume nicht das einzige, über die sich frischgebackene Eltern und Häuslebauer freuen dürfen. Jedem, der in Merklingen einen Bauplatz kauft, überweist die Verwaltung 1000 Euro für jedes neugeborene Kind. Eine gute Idee, die andere Gemeinden in der Umgebung übernehmen könnten.