An diesen Zahlen hatten die Dornstadter Gemeinderäte im Ausschuss für Bau, Umwelt und Technik ordentlich zu knabbern: Die Sanierung des Hallenbads kostet im günstigsten Fall sechs Millionen Euro. Kommt die Erweiterung um einen Anbau mit Kinderbecken, Dampfbad und Ruhezone hinzu, werden es sieben Millionen. Vor knapp drei Jahren, beim Grundsatzbeschluss zum Erhalt des Bads, war noch von 5,3 Millionen Euro einschließlich Ausbau die Rede gewesen. Enthalten war in dieser Schätzung auch die inzwischen erledigte Dachreparatur für 200 000 Euro.

In drei Jahren eine Kostensteigerung von fast zwei Millionen Euro - "da stimmt was nicht", mutmaßte Karl Knab (CDU/BWV). Sein Fraktionskollege Karl-Heinz Schmidt bezeichnete die vom Architekturbüro Sportconcept vorgelegten Pläne als "absolut überzogen" und "nicht finanzierbar". Er forderte, die Planung deutlich abzuspecken.

Im Dezember 2010 sei lediglich "eine reine Kostenschätzung" angestellt worden, sagte Bürgermeister Rainer Braig. Nun liege "eine relativ genaue Kostenberechnung" vor. Architektin Marie á Porta, von der Gemeinde für die Projektsteuerung engagiert, erklärte die Differenz zwischen Schätzung und Berechnung damit, dass der Sanierungsaufwand größer sei als zunächst gedacht. Hinzu kämen die allgemeine Kostensteigerung sowie höhere Planungshonorare. Gemäß der geänderten Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) betragen deren Vergütungen etwa fünf Prozent der Gesamtkosten.

Das klare Ja des Gemeinderats gelte nach wie vor, betonte Andreas Aigeltinger (Freie Wähler). "Aber es muss doch Einsparmöglichkeiten geben." Planer Hans Bühler vom Büro Sportconcept machte den Räten jedoch keine allzu großen Hoffnungen: "Wir haben keine goldenen Wasserhähne geplant." An den großen Posten, wie der Technik und dem gegenüber einem gefliesten Becken teureren, aber deutlich stabileren Stahlbecken, sollten keine Abstriche gemacht werden. Wenn gespart werden könne, dann mit dem Verzicht auf die Erweiterung.

Doch gerade mit einem Kinderbecken, Dampfbad und Ruhezone werde das Bad attraktiver, sagte Bürgermeister Braig. Nur so könnten die Besucherzahlen - 2008 waren etwas mehr als 80 am Tag gezählt worden - gesteigert werden. Andreas Aigeltinger pflichtete bei: "Der Anbau ist mir persönlich wichtig."

Die meisten Gemeinderäte im Ausschuss stimmten aber mit Paul Anhorn (SPD), der beantragt hatte, den Beschluss über die Erweiterung zu vertagen. Zur weiteren Meinungsbildung sollen Besuche in den Bädern von Langenau, Westerheim und Geislingen beitragen sowie die Resonanz in der Bürgerschaft auf die Sanierungs- und Ausbaupläne. Diese sollen an einem Info-Abend ausführlich erläutert werden, kündigte der Bürgermeister an. Mit großer Mehrheit bekräftigte der Ausschuss schließlich, die Sanierung im Jahr 2015 anlaufen zu lassen.