Soziales Backhaus in Merklingen offiziell eingeweiht

Merklingen / lejo 23.07.2018

Es war mutig und wichtig, das alte Schlacht- und Backhaus abzubrechen“, sagte Bürgermeister Sven Kneipp im kleinen Festzelt vor dem Eingang des neuen Merklinger Backhauses am Samstag. Der Mut sei belohnt worden. „Das alte Backhaus war schon gut, das neue ist noch besser. Jetzt wurde an dieser Stelle ein Schmuckstück in der Ortsmitte geboren.“ Es heiße zwar „nur“ Backhaus, es sei aber viel mehr, nämlich ein zweistöckiges Dorfgemeinschaftshaus, das Raum für neue Begegnungen schaffe.

In seinem Rückblick erinnerte Kneipp daran, dass Anfang des vergangenen Jahres das alte Backhausgebäude abgerissen worden war, das die Gemeinde 1971 an die alte Molkerei angebaut hatte. Im Frühjahr 2017 begannen dann die Arbeiten für das neue Backhaus, das zwei neue Öfen erhalten hat. Einen können die Backfrauen elektrisch, den anderen traditionell mit Holz befeuern.

Proberaum des Musikvereins

Gleich nebenan befindet sich die Küche, außerdem die knapp 60 Quadratmeter große Stube. Im Dachgeschoss entstand ein 85 Quadratmeter großer Proberaum für den Merklinger Musikverein, ein großzügiger Aufenthaltsraum, eine Küche, ein Büro sowie ein Abstellraum. Das Gebäude ist über den barrierefreien Eingang mit Vordach auf der Nordseite zu erreichen. Insgesamt ließ sich die Gemeinde ihr neues Schmuckstück rund 680 000 Euro kosten.

Nicht nur den Musikern, auch dem Turnverein, den Landfrauen, den Backfrauen und anderen örtlichen Vereinen steht das Haus von nun an zur Verfügung. Ebenso den Bürgern, die die Räumlichkeiten für Geburtstage, Konfirmationen, Empfänge, Jubiläen und Trauungen mieten können. In den vergangenen Monaten haben einige Merklinger davon schon Gebrauch gemacht. Außerdem fanden bereits Kochkurse statt. Mit dem Neubau wolle man nicht nur die Tradition des Backens in dem 2000-Seelen-Ort bewahren, sondern das Gemeinschaftserlebnis von Kochen und Essen hervorheben, sagte Kneipp.

Weinverköstigungen, Lesungen, Kurse und vieles mehr sollen in den kommenden Monaten folgen. Derzeit sei man dabei, ein „Backhausprogramm 2019“ zu erarbeiten, informierte Kneipp die 150 Gäste im Zelt. Anregungen und Ideen dazu werden noch im Rathaus gesammelt. „So halten wir unser Dorf lebendig.“

Die Architekten Melanie Struwe und Daniel Pfeffer vom ortansässigen Büro PSA bedankten sich für den Auftrag und die geleistete Arbeit der Handwerker. Zur offiziellen Einweihung überreichten sie der Verwaltung und dem Gemeinderat einen großen gebackenen Schlüssel.

Musik und Film im Anschluss

Danach wurde noch bis nach 22 Uhr im Zelt und im Backhaus gefeiert. Der Musikverein Merklingen/Scharenstetten und die Gruppe Goosebumps sorgten für Stimmung, die Landfrauen verkauften Kaffee und Kuchen, der Verein für Homöopathie frischgebackenes Brot. Die Interessengemeinschaft für Geschichte und Brauchtum Merklingen informierte die Gäste über das Backen in der Gemeinde anno dazumal, und Johann Koch zeigte einen Film mit dem Titel „Backhaus früher bis hin zum Abriss“. Und nicht zu vergessen: In der Weinlaube wurden edle Tropfen aus ganz Europa angeboten.

Zahlreiche Bürger haben sich für das Projekt eingesetzt

Verdienste Nicht nur der Merklinger Bürgermeister Sven Kneipp und seine Verwaltung haben ihren Anteil dazu geleistet, das Projekt „Neues Backhaus“ umzusetzen. Es gab auch zahlreiche  Bürger, die sich in der Vergangenheit besonders für das Vorhaben eingesetzt haben. Diese ehrte Bürgermeister Kneipp am Samstag bei der Einweihung des Backhauses besonders: Thomas Beiter, Vorsitzender des Musikverein Merklingen/Scharenstetten, die Gemeinderätin Marie-Luise Jakob, Paul Georg Baumann vom Kulturverein, Ute Grimm vom Verein für Homöopathie, Elisabeth  Schmid von den Landfrauen und Marie-Luise Geiselmann. Sie alle erhielten von Bürgermeister Kneipp eine Schürze mit dem Backhaus-Logo und einen hübschen Blumenstrauß überreicht.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel