Kommunikation Backbone Laichingen

Leistungsstarke Glasfaserkabel sollen auch nach Machtolsheim und Feldstetten gezogen werden.
Leistungsstarke Glasfaserkabel sollen auch nach Machtolsheim und Feldstetten gezogen werden. © Foto: dpa
Laichingen / Sabine Graser-Kühnle 18.10.2017

Wie Suppingen sollen nun ebenso die Laichinger Stadtteile Machtolsheim und Feldstetten an das Backbonenetz des Alb-Donau-Kreises für digitale Hochgeschwindigkeiten angeschlossen werden. Nach langem Ringen um Klarheit in dem für viele Laien undurchdringlichen Digitaldschungel hat der Gemeinderat sich bei Kosten von 190 000 Euro dafür entschieden. Der Stimme enthalten hat sich Ernst Joachim Bauer.

Obwohl die sehr ausführliche Beratungsunterlage die Stadträte gut auf das Thema vorbereitet hatte – Kurt Wörner (CDU) lobte die Verwaltung dafür – bestand doch in Teilen Klärungsbedarf. Zu unterscheiden sind einmal die unterschiedlichen Backbonenetze (BB-Netz) in Laichingen. Da gibt es das von der Stadt seit 2014 selbst geschaffene kommunale FTTH-Netz, das Hochgeschwindigkeitsdownloads, aber keine schnellen Uploads ermöglicht. Obendrein existieren private Netze von der Telekom, von sdt.net und Unitymedia.

Nun soll mit dem Anschluss Feldstettens und Machtolsheims ein weiteres Netz kommen. Für Ernst Joachim Bauer nicht ganz durchschaubar. Bauamtsleiter Günter Hascher erläuterte: Ziel sei es, mit vielen Netzen den Wettbewerb anzukurbeln, was in Teilen bereits gelungen sei. So habe die Telekom mittlerweile als Reaktion auf den Ausbau des städtischen Netzes Glasfaser verlegt, vorher habe sie sich noch hartnäckig geweigert, berichtete Bürgermeister Klaus Kaufmann.

Obendrein ist das kreisübergreifende BB-Netz eines, welches nicht nur einen schnellen Download, sondern zusätzlich den schnellen Upload ermöglicht. Das langfristige Ziel der Stadt ist daher der Anschluss des kommunalen FTTH-Netzes an das hochleistungsfähige BB-Netz des Landkreise. Dazu müsse die Trasse an möglichst vielen bereits bestehenden Kabelverzweigern vorbeigeführt werden. Damit würden die zu erstellenden Anschlüsse an die Gebäude kürzer.

Kostengünstige Trasse

Mit dem Beschluss des Gemeinderats, Machtolsheim und Feldstetten, (der Anschluss Suppingens ist bereits in Planung), an dieses Netz anzukoppeln, sei dort dieses für die Kernstadt erst langfristig gesetzte Ziel dann früher erreicht. Mit dem Kreis hat die Verwaltung im Vorfeld eine geeignete und möglichst für die Stadt kostengünstige Trasse erarbeitet.

Die ausgewählte Variante sieht einen Verlauf von Merklingen ausgehend vor. Die vorgestellte Trasse tangiert Machtolsheim und das Interkommunale Gewerbegebiet sowie den Norden der Kernstadt. Von dort aus wird sie nach Feldstetten geleitet. Die Leerrohre werden grundsätzlich entlang von Straßen und Feldwegen verlaufen, sicherte der Bauamtsleiter auf Nachfrage von Alexander Frank (BWV) zu. Weil Laichingen Mitglied ist im Verein KommPakt.Net., kann die Stadt für diesen Ausbau der Breitbandinfrastruktur weit höhere Fördermittel beantragen, als wenn sie im Alleingang tätig würde. Bei Gesamtkosten von 660 000 Euro muss die Stadt noch 190 000 Euro aufbringen.

Gut für Nachbarorte

Diese Trassenführung habe direkte Auswirkungen auf die Gemeinden Merklingen und Westerheim, führte Hascher aus. Stadtrat Frank meinte, mit der Zustimmung für diese Trassenführung ein Entgegenkommen an diese beiden Gemeinden zu erkennen. „Damit hätten wir doch bei anderen eigenen Zielen, etwa bei den Schulen, einen Joker in der Hand“, meinte er. Vorgesehen ist, im kommenden Jahr die Trasse entsprechend zu planen. Dann geht es auch ins Detail, ob nur Leerrohre oder schon gleich die Kabel verlegt werden. 2019 könne dann die Förderung beantragt werden. 2020/21 stünden schließlich die Bauarbeiten an.