Kommunikation Backbone

Laichingen / Sabine Graser-Kühnle 02.08.2018

Für Zündstoff am Laichinger Ratstisch sorgte in der letzten Sitzung vor den Ferien die Entwurfsplanung für die Anbindung Suppingens ans Backbonenetz des Alb-Donau-Kreises: Die Kostensteigerung von rund 161 Prozent trugen die Räte nicht mit und erteilten der Stadtverwaltung eine Absage. Konkret ging es um die Bauarbeiten zur Verlegung der Leerrohre, den Anschluss ans Backbone-Netz hatte das Gremium schon 2016 beschlossen.  Die Zustimmung zum Planentwurf in der jüngsten Sitzung wäre die Voraussetzung für den Förderantrag gewesen, den die Stadtverwaltung gerne während der Sommerpause gestellt hätte. Es winkt eine Förderquote von rund 44 Prozent.

Die Krux: Die Bauarbeiten dürfen erst ausgeschrieben werden, wenn der Förderbescheid vorliegt. Als Ziel strebte die Stadt einen Bau im Sommer 2019 an oder, wegen der Auslastung im Baugewerbe, erst 2020.

Völlig andere Situation

Doch die  Entwurfsplanung der von der Stadt beauftragten Firma Geo Data konfrontierte die Räte mit einer völlig anderen Situation, als sie bei der ersten Vorstellung des Vorhabens vorgelegt bekommen hatten: Die Baukosten verteuern sich um rund 161 Prozent. Im Haushalt eingestellt sind nach den bisherigen Kostenschätzungen 307 000 Euro. Nunmehr soll die Maßnahme über 800 000 Euro kosten. Abzüglich der erhofften Förderung von rund 44 Prozent (etwa 356 000 Euro) verbliebe der Stadt ein Eigenanteil von 446 000 Euro.

Als Gründe für die Kostenexplosion gab die Stadtverwaltung zum einen eine nach oben erfolgte Anpassung der ursprünglich zugrunde gelegten „Einheitspreise“ an, die an den aktuellen Stand angepasst wurden. Des weiteren habe eine Besichtigung der geplanten Trasse ergeben, dass Fels und Geröll im Untergrund zu „erheblichen Erschwerniszulagen“ führen. Darüber hinaus erhöhe sich die zu versiegelnde Fläche von 94 Meter auf knapp 1,5 Kilometer. Schließlich werde die Trasse um rund 600 Meter länger, weil ein Umspannwerk eingebunden werden soll.

Viele Räte reagierten empört. Von einer „unsäglichen Beratungsgrundlage“ seitens der Fachfirma sprach Wilhelm Häberle (BWV) und ereiferte sich: „Was in den Boden kommt, das winken wir einfach durch, was nach oben gebaut werden soll, da haben wir ein Problem.“ Er bezog sich damit auf die zuvor geführte Debatte um einen Anbau am Kindergarten in Machtolsheim und erteilte eine klare Absage: „Das wären 320 000 Euro einfach hinausgeblasen, da gehe ich nicht mit.“

Fels und Geröll sind normal

Joachim Reif (CDU) meinte: „Fels und Geröll sind normal auf der Schwäbischen Alb, bei solchen Ergebnissen brauche ich keinen Fachplaner mehr.“ Er warf gar die Haftungsfrage in die Diskussion. Bauamtsleiter Günter Hascher räumte ein, solche Abweichungen sollte es nicht geben, doch noch sei kein Schaden entstanden, somit gebe es auch keinen Haftungsfall. Er warb dennoch für die Zustimmung. „Es handelt sich nur um eine Entwurfsplanung.“ Bei einem Ja zur Planung könnten Probebohrungen erfolgen und ein Leistungsverzeichnis erstellt werden: „Dann sind wir nahe an den tatsächlichen Kosten.“

Doch auch Gisela Steinestel (IGEL) verweigerte ihre Zustimmung zu dieser Kostensteigerung: „Es gibt anderes, was für uns wichtiger ist.“ 15 Gemeinderäte stimmten am Ende mit Nein, zwei stimmen zu und neun enthielten sich.

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