Lonsee B 10-Umgehung und Blitzer für mehr Ruhe

Lonsee / STEFAN BENTELE 24.03.2016
Von Verkehrslärm sind tagsüber in Urspring 96 Anwohner betroffen, nachts wegen geringerer Grenzwerte 102 Anwohner. Es soll ruhiger werden.

Der Gemeinderat Lonsee hat Maßnahmen zum Lärmaktionsplan beschlossen. An der Bundesstraße 10 in Urspring soll binnen zwei Jahren ein neuer Blitzer die nachts geltende Tempo-30-Regelung überwachen. Mittelfristig, binnen fünf Jahren, soll eine neue Umgehungsstraße Abhilfe schaffen. Die scheint mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 sogar wahrscheinlicher geworden zu sein.

Vier Gemeinderäte haben gegen die Maßnahmen für den Lärmaktionsplan gestimmt, sechs haben sich enthalten. Damit können im weiteren Verfahren nun die Öffentlichkeit und Behörden eingebunden werden. Von Verkehrslärm sind, wie Diplom-Ingenieurin Katja Gräfe in der Sitzung sagte, nach Berechnungen tagsüber in Urspring bei Grenzwerten von 65 Dezibel 96 Anwohner an der B 10 betroffen, nachts wegen geringerer Grenzwerte (55 Dezibel) 102 Anwohner.

Gemeinderat Manfred Häberle (CDU) kritisierte in der Sitzung die derzeitige Situation in Urspring als zu laut. Lastwagen in Richtung Süden geben unten im Ort Gas, um Schwung für den steilen Anstieg zu holen. "Wer profitiert von Tempo 30?", wollte Fraktionskollege Karlheinz Staib von Gräfe wissen. Das müsste erst berechnet werden, lautete die Antwort.

Jürgen Seitz (CDU) sieht wegen der Tempo-30-Regelung eine hohe Belastung vor allem in den Häusern, die am Hang in Urspring liegen. "Wir reden hier um Kaisers Bart", sagte Eberhard Lenz (Bürgerliste). Er verwies darauf, dass Tempo 30 nur nachts gelte. Bürgermeister Jochen Ogger pflichtete dem bei und erinnerte, dass die Tempoüberwachung beraten werde. "Wir sind unseren Verpflichtungen nachgekommen. Man kann über den Sinn sicherlich streiten."